Diakonie fordert bessere Finanzierung der Schuldnerberatung

Nachricht 22. Juni 2011

Berlin, 22. Juni 2011 Die Diakonie fordert, die Schuldnerberatung auszubauen und angemessen personell und finanziell auszustatten. "Zunehmend geraten Menschen in die Überschuldung und damit in Armut und Ausgrenzung. Es ist eine nicht hinnehmbare Benachteiligung, dass wegen fehlender Finanzen nur 10 bis 15 Prozent der überschuldeten Haushalte beraten werden können", sagt Diakonie- Präsident Johannes Stockmeier am Mittwoch in Berlin.

Überschuldung belastet die Betroffenen und ihre Familien, insbesondere die Kinder. Sie geht aber auch zu Lasten von Wirtschaft und Gesellschaft, erklärt Stockmeier anlässlich der diesjährigen Aktionswoche Schuldnerberatung vom 27. Juni bis 1. Juli.

Deshalb fordere die Diakonie eine am Bedarf ausgerichtete Finanzierung der sozialen Schuldnerberatung und eine deutlich höhere und verlässliche Mittelausstattung für Prävention. Die Schuldnerberatung könnte so einen weitaus größeren Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten und für eine bessere soziale Teilhabe von Überschuldeten sorgen. "Gerade die Präventionsarbeit der Schuldnerberatung, beispielsweise im Bereich der finanziellen Allgemeinbildung, spielt eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung und Bewältigung von Überschuldung. Diese Arbeit trägt wesentlich zur Armutsbekämpfung bei und nützt am Ende auch den öffentlichen Haushalten", betont Stockmeier.

Experten gehen aktuell von drei bis vier Millionen überschuldeten Haushalten in Deutschland aus, Tendenz steigend. Hauptauslöser für eine Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung und Krankheit. Für Menschen in prekären Lebenslagen bedeuten Mietschulden und Schulden bei Energieversorgern häufig einen weiteren Schritt in Richtung Überschuldung.

Bundesweit gibt es rund 1.000 gemeinnützige Beratungsstellen von Schuldnerberatungs- und Verbraucherverbänden. Die Diakonie engagiert sich seit Jahrzehnten mit ihren über 200 Schuldnerberatungsstellen für Menschen in Not. Sie bieten nicht nur finanztechnische Hilfe, sondern helfen auch bei der Überwindung der sozialen und psychischen Folgen der Existenzgefährdung durch Überschuldung.

Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin des Diakonischen Werkes Berlin
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