Johannistag und Siebenschläfertag / Geburtsfest Johannes des Täufers – Gedenktag für Christenverfolgung

Nachricht 20. Juni 2011

Der Johannistag und der Siebenschläfertag zählen zu den sogenannten „Lostagen“. Darunter versteht man solche Tage, die nach bäuerlicher Erfahrung in Kalendern und Regeln festgehalten wurden, weil man sie für bedeutsam für den weiteren Witterungsverlauf und für den günstigen oder ungünstigen Beginn einer Arbeit hielt.

Was den Johannistag angeht, so ist er einer von drei Tagen beziehungsweise Festen, die ursprünglich Johannes dem Täufer gewidmet waren. Von diesen Festen, die sich auf Empfängnis, Geburt und Tod Johannes des Täufers bezogen, gewann vor allem das seiner Geburt schon bald an Bedeutung. Bereits im 5. Jahrhundert wurde es gefeiert und zwar nach Epiphanias (6. Januar). Später verlegte man es auf den heutigen Termin, den 24. Juni – also genau sechs Monate vor der Geburt Christi (Lukas 1,36). Da dieser Tag ein hoher Festtag war, behielt ihn auch die Reformation bei. Heute kommt ihm im kirchlichen Festkalender keine hervorgehobene Bedeutung mehr zu. Aber immerhin wurde der Johannistag durch Johann Sebastian Bach mit der Kantate „Christ, unser Herr, zum Jordan kam“ kirchenmusikalisch geehrt.

Für die sogenannten „Bauernregeln“ spielte der Johannistag – wie schon erwähnt – nach der Sonnenwende am 21. Juni eine besondere Rolle. Nicht zuletzt mit Blick auf die weitere Entwicklung des Sommers und die anstehende Ernte maß man ihm eine entscheidende „Aussage“ bei. Regnete es am Johannistag, so hieß es: „Johannisregen bringt keinen Segen, sondern nur eine schlechte Ernte zuwegen.“ Schien hingegen die Sonne, lautete der Spruch: „Bringt Johanni Sommerhitze, ist es Korn und Rüben nütze.“ Weit verbreitet waren auch die Johannisfeuer, die am Geburtstag Johannes des Täufers entfacht wurden. Von ihnen versprach man sich eine Mehrung der Fruchtbarkeit der Felder.

Was den Siebenschläfertag oder „Sieben-Brüder-Tag“ betrifft, so geht er auf sieben legendäre Brüder zurück, die vor einer Christenverfolgung unter Kaiser Decius (251 n. Chr.) in eine Höhle bei Ephesos (heutige Türkei) flüchteten, dort eingemauert wurden und bis zur Öffnung im Jahre 446 „schliefen“. Vor dem Kaiser hatten sie die Auferstehung Christi von den Toten bezeugt. Der Gedenktag dieser Sieben Brüder ist in Deutschland der 27. Juni, der „Siebenschläfertag“. Eine Wetterregel sagt: „Wenn´s an den Siebenschläfern regnet, sind wir mit sieben Wochen Regen gesegnet.“ Eine andere Regel lautet: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen so bleiben mag.“ Wenn diese Regeln nun auch gewiss nicht im streng wissenschaftlichen Sinn richtig sind, so geben sie doch die Erfahrung wider, dass sich in Mittel-Europa Ende Juni der Witterungscharakter des Sommers entscheidet. Übrigens: diese Bauernregeln bezogen sich ursprünglich nicht auf den 27. Juni, sondern auf den 7. Juli. Erst durch die von Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 durchgeführte Kalenderreform, die den julianischen Kalender ablöste, rückte der 7. Juli auf den 27. Juni vor.

(Entnommen aus : 1x1 des Kirchenjahres von Jörg Buchna)