Designierter Landessuperintendent Rathing in Verden verabschiedet - Einführung am 28. August in Lüneburg

Nachricht 19. Juni 2011

Verden/Lüneburg (epd). Der Verdener Superintendent Dieter Rathing ist am Sonntag mit einem Gottesdienst im Dom der Kreisstadt verabschiedet worden. Der leitende evangelische Theologe übernimmt nach den Sommerferien eine neue Aufgabe und wird Landessuperintendent und damit Regionalbischof im benachbarten Sprengel Lüneburg der hannoverschen Landeskirche. In sein neues Amt soll er den Angaben zufolge am 28. August durch Landesbischof Ralf Meister in der Lüneburger St.-Johanniskirche eingeführt werden.

Der 54-jährige Rathing tritt als Nachfolger von Hans-Hermann Jantzen an die Spitze des größten von sechs Kirchenbezirken in der hannoverschen Landeskirche. Jantzen war im März in den Ruhestand gegangen.

In Verden lagen Rathing neben dem Gottesdienst und der Predigt die Bildungsarbeit als Vorsitzender der Evangelischen Kreisakademie und das diakonische Engagement in der Region besonders am Herzen. Er ist außerdem Mitglied im Verein "Initiative für evangelische Verantwortung in der Wirtschaft Mittel- und Osteuropas". Rathing habe den Kirchenkreis in den zurückliegenden Jahren stark mit geprägt und habe sich dabei großes Ansehen und Respekt erworben, lobte beim Abschied der Stader Landessuperintendent Hans Christian Brandy.

Mit theologischer Kompetenz, zupackender Lust an der Arbeit und kommunikativer Offenheit habe Rathing viele Initiativen auf den Weg gebracht oder mit geprägt, betonte Brandy. Dazu gehörten auch die Lektorenarbeit und ein gemeinsames Kirchenamt mit Rotenburg und Osterholz-Scharmbeck. Außerdem habe er die Kirchenmusik kräftig mit unterstützt.

Rathing musste aber auch mit Konflikten umgehen wie etwa bei juristischen Auseinandersetzungen um die Lautstärke der Kirchenmusik und das Stundengeläut am Verdener Dom. Krisen-Management war gefragt, als die Staatsanwaltschaft in Hannover im März Ermittlungen gegen einen Jugenddiakon im evangelischen Kirchenkreis Verden wegen des Verdachtes auf Besitz kinderpornographischen Materials aufnahm. Bedrückt hat Rathing nach seinen eigenen Worten der Personalabbau vergangener Jahre, der aufgrund zurückgehender Mitgliedszahlen und sinkender Finanzkraft des Kirchenkreises nötig wurde.

Rathing wurde in Aerzen im Kreis Hameln geboren. Er studierte evangelische Theologie in Tübingen und Göttingen. Von 1986 bis 1994 war er Pastor in Stade und wechselte anschließend nach Osnabrück. Zehn Jahre war Rathing, der Zusatzausbildungen als Bibliodrama-Leiter und kirchlicher Kommunikationswirt abgeschlossen hat, Superintendent des Kirchenkreises Verden. Rathing, der gerne joggt und dabei Hörbücher hört, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Zur hannoverschen Landeskirche gehören sechs Sprengel. In diesen Kirchenbezirken vertreten die Landessuperintendenten den Landesbischof, ordinieren Pastorinnen und Pastoren, weihen Kirchen und Kapellen ein und nehmen in "Visitationen" die Dienstaufsicht wahr. Zum Sprengel Lüneburg gehören rund 640.000 Kirchenmitglieder in zwölf Kirchenkreisen. Die Landessuperintenden in Lüneburg und Stade vertreten sich gegenseitig. Brandy: "Dann wissen Sie schon mal Bescheid, wenn Sie hier einmal einspringen müssen."

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19.6.2011