Reiche Länder könnten bei Aufnahme von Flüchtlingen großzügiger sein - Erklärung des Rates des Lutherischen Weltbundes

Nachricht 15. Juni 2011

(Genf) Reiche Länder müssen bei der Aufnahme von verwundbaren Menschen, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen, großzügiger sein, forderte der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) in einer öffentlichen Erklärung vom 14. Juni.

„Es kann um Leben oder Tod gehen, wie die vielen MigrantInnen zeigen, die derzeit im Mittelmeer ertrinken. Aufgrund der derzeitigen Situation in Nordafrika und im Nahen Osten ruft der Rat insbesondere die Länder in Europa auf, denjenigen Schutz zu bieten, die um Asyl bitten“, heisst es in der Erklärung.

Die LWB-Ratstagung steht unter dem Thema „Discerning Our Common Journey“ (Unseren gemeinsamen Weg erkennen).

Der Rat beschloss die Erklärung auf Empfehlung seines Programmausschusses für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte und rief den LWB dringend dazu auf, weiter mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um Wege zu finden, wie vertriebene Menschen, die nicht den Status eines Flüchtlings haben, geschützt werden können.

„Hierzu zählen Binnenvertriebene und Menschen, die durch Naturkatastrophen, den Klimawandel oder bittere Armut gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen“, so der Rat.

Er drückte dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und anderen Gruppen, die Flüchtlingen und anderen Vertriebenen Schutz bieten und Gastfreundschaft entgegenbringen seine Dankbarkeit aus und sagte mit Jesu Worten, sie „nehmen die Fremden auf“ (Matthäus 25).

Der LWB arbeitet seit vielen Jahren mit dem UNHCR zusammen. Der Rat dankte dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen für diese langjährige praktische Partnerschaft im Dienst für Andere.

„Durch das UNHCR wurde die gottgegebene Würde eines jeden Menschen hervorgehoben und Millionen von Menschen, die alles verloren hatten, konnten ein neues Leben beginnen“, erklärte der Programmausschuss.

Die Arbeit mit Flüchtlingen wird durch die Arbeit der Abteilung für Weltdienst (AWD), die weltweit umfassende Programm für Flüchtlinge betreibt und dort zum Teil mit dem UNHCR zusammenarbeitet, auch weiterhin ein Schwerpunkt im Zeugnis und in der Arbeit des LWB sein

Der Programmausschuss hob hervor, dass die Partnerschaft von LWB und UNHCR „mit neuem Schwung fortgesetzt wird, um auf die anhaltenden Situationen, die unschuldige Männer, Frauen und Kinder zur Flucht zwingen, zu reagieren. [...] In dieser gebrochenen Welt gibt es Millionen von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, staatenlose Personen und ZwangsmigrantInnen“, hiess es in der Erklärung weiter.

Die AWD sowie LWB-Mitgliedskirchen, Partnerorganisationen und Ortsgemeinden wurden für ihre Bemühungen für verwundbare Menschen gelobt. Die AWD wurde dringend aufgefordert, die Arbeit fortzusetzen und verstärken.

An der diesjährigen Ratstagung nehmen insgesamt 140 Personen teil, darunter VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen, Gäste, DolmetscherInnen, akkreditierte PressevertreterInnen und Mitarbeitende des LWB. Die Tagung findet im Ökumenischen Zentrum in Genf (Schweiz) statt und steht unter dem Thema „Discerning Our Common Journey“ (Unseren gemeinsamen Weg erkennen).

Der 50 Mitglieder umfassende Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes und tagt einmal im Jahr. Der derzeitige Rat wurde von der Elften Vollversammlung im Juli 2010 in Stuttgart (Deutschland) gewählt. Mitglieder des Rates sind neben dem LWB-Präsidenten und der LWB-Schatzmeisterin ordinierte und nicht-ordinierte VertreterInnen der verschiedenen LWB-Regionen.

Weitere Informationen zur Ratstagung 2011 finden Sie hier.

Kontakt: LUTHERISCHE WELT-INFORMATION Klaus Rieth
Tel.: +41/22-791 63 52 | Fax: +41/22-791 66 30 | Mobil: +41/76 772 75 04
 

15.6.2011