Ökumenischer Pfingstgottesdienst: Glockenschläge in Carolinensiel erinnern an 172 gesunkene Schiffe

Nachricht 13. Juni 2011

Wittmund (epd). Mit 172 Glockenschlägen hat ein ökumenischer Pfingstgottesdienst im Museumshafen von Carolinensiel bei Wittmund an verunglückte Schiffe in aller Welt erinnert. Auf den Weltmeeren seien im vergangenen Jahr 172 Schiffe gesunken, sagte Museumsleiter Manfred Sell. Dabei kamen 250 Menschen ums Leben. In dem Gottesdienst wurde vor rund 250 Besuchern für jedes gesunkene Schiff die Glocke des 1854 gestrandeten Auswanderer-Seglers "Johanne" angeschlagen. Bei der Katastrophe vor der Insel Spiekeroog ertranken damals 80 Menschen.

Die meisten der im Vorjahr gesunkenen Schiffe seien unter der Flagge Panamas gefahren, erläuterte Sell. Doch seien nur elf von ihnen auch wirklich in Panama beheimatet gewesen. Die übrigen Schiffe seien ausgeflaggt worden, das heißt, sie wurden aus steuerlichen Gründen dort gemeldet. Die schwerste Katastrophe ereignete sich in türkischen Gewässern, als ein Frachter mit 25 Menschen an Bord sank.

Im Sielhafenmuseum läuft derzeit eine Sonderausstellung zum Untergang des Seglers "Ora et Labora" (Bete und Arbeite) am 3. Dezember 1909 vor Wangerooge. Bei einer dramatischen Rettungsaktion kamen damals sieben Menschen ums Leben. Die Carolinensieler Schiffsandacht wurde 1996 nach dem tragischen Unfall des auf Borkum stationierten Seenot-Rettungskreuzers "Alfried Krupp" ins Leben gerufen, bei dem zwei Menschen starben.

Internet: www.sielhafenmuseum.de

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13.6.2011