Lutherische und reformierte Kirchengemeinden bei Göttingen vereinen sich

Nachricht 09. Juni 2011

Billingshausen/Kr. Göttingen (epd). Zwei evangelische Kirchengemeinden im Kirchenkreis Leine-Solling feiern am Pfingstsonntag ihre Vereinigung. Die etwa 100 Mitglieder der lutherischen Gemeinde in Unterbillingshausen werden Mitglieder der reformierten Kirchengemeinde in Oberbillingshausen. Sie blieben aber zugleich Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, teilte der Kirchenkreis am Donnerstag mit. Die neue Gemeinde werde zusammen rund 500 Mitglieder zählen.

Dieses Modell gebe es bereits in einigen Gemeinden in Ostfriesland, wie zum Beispiel in Krummhörn im Landkreis Aurich, sagte ein Sprecher der Landeskirche. Dass lutherische Gemeindeglieder von einem reformierten Pastor versorgt werden oder umgekehrt, sei dort ein "eingespieltes Modell". Auch in der fusionierten Gemeinde Billingshausen werde den Angaben zufolge der reformierte Pfarrer der Seelsorger für alle Gemeindemitglieder sein.

Bei der Feier am Pfingstsonntag um 14 Uhr werden der Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Jann Schmidt und der Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leine-Solling, Heinz Behrends, dabei sein. "Wir feiern die Vollendung eines Werkes, das uns mehr als zehn Jahre beschäftigt hat", sagte Behrends.

Lutherische Christen berufen sich auf die Tradition Martin Luthers (1483-1546), reformierte Christen auf Johannes Calvin (1509-1564). Zwischen beiden Traditionen bestehen Lehrunterschiede, etwa im Verständnis des Abendmahls und in der Ethik sowie in der Gestaltung des Gottesdienstes. Seit einiger Zeit verlieren die innerprotestantischen Unterschiede zugunsten der Gemeinsamkeiten jedoch an Bedeutung. In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind beide Traditionslinien vereint.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

9.6.2011