Rund 600 Menschen zu Kundgebung gegen NPD in Northeim erwartet

Nachricht 08. Juni 2011

Northeim (epd). Rund 600 Menschen werden an diesem Sonnabend in Northeim erneut zu einer Kundgebung gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD erwartet. Unter dem Motto "Stoppt Nazistrukturen in Northeim" hat ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Vereinen zu dem Protest aufgerufen. Die NPD hatte erst vor drei Wochen in der Northeimer Stadthalle ihren Landesparteitag abgehalten. Damals hatten rund 1.500 Menschen gegen die Partei demonstriert.

Die Polizei rechnet diesmal wieder mit rund 100 NPD-Anhängern. Einem Internet-Aufruf zufolge richtet sich der Aufmarsch der Rechtsextremisten gegen die Stadt und ihren Bürgermeister. Diese hatten im Mai mit allen Mitteln versucht, den Parteitag zu verhindern - jedoch ohne Erfolg.

Das "Bündnis gegen Rechts" fordert ein umgehendes Verbot der NPD. Einer Partei, die "ihre menschenverachtende Haltung mit allen Mitteln durchzusetzen versucht", müsse die rechtsstaatliche Unterstützung entzogen werden, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Aufruf des "Bündnisses gegen Rechts".

Der erneute Aufmarsch der Rechtsextremen sei "nicht zu verhindern" gewesen, sagte Northeims Bürgermeister Harald Kühle (SPD). Die NPD sei keine verbotene Partei, und als solche müsse die Stadt sie nun behandeln.
Der Northeimer evangelische Superintendent Heinz Behrends betonte: "Alle wollen ihren Unmut gegen die NPD in einer friedlichen und gewaltfreien Veranstaltung äußern."

Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg erwartet einen "lautstarken, aber friedlichen" Protest gegen die NPD. Mehrere Hundertschaften sollten Ausschreitungen verhindern und beide Gruppen voneinander fern halten. Die Orte der beiden Kundgebungen liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Alle Teilnehmer des NPD-Aufmarsches sollen kontrolliert werden, bevor sie an der Kundgebung teilnehmen.
 

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

10.6.2011