Mehrere Tausend Menschen demonstrieren gegen rechte Kundgebung in Braunschweig

Nachricht 04. Juni 2011

Braunschweig (epd). Mehrere tausend Menschen haben am Sonnabend in Braunschweig friedlich gegen eine Kundgebung rechtsextremer Gruppen demonstriert. Im Laufe des Vormittags trafen sich rund 600 Neonazis, denen nach Polizeiangaben etwa 2.000 Gegendemonstranten gegenüberstanden. Der stellvertretende evangelische Propst von Braunschweig, Michael Gerloff, sprach von mehr als 4.000 Demonstranten. Für den späten Nachmittag hatten die Rechtsextremen zu einem Aufmarsch im benachbarten Peine aufgerufen.

Gerloff bezeichnete die friedliche Gegendemonstration als einen großen Erfolg. Das Bündnis "Bunt stoppt Braun" aus allen demokratischen Kräften der Stadt habe das rechtsextreme Gedankengut zurückgewiesen: "Wir stehen an der Seite der Menschen, die hier leben wollen, auch wenn sie nicht in diesem Land geboren sind. Wer ihnen dieses Recht streitig machen will, ist bei uns nicht willkommen."

Die Stadtverwaltung hatte den Neonazi-Aufzug mit Hinweis auf das multikulturelle Fest "Braunschweig International" zunächst verboten. Allerdings konnten die Rechtsextremen vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg einen Teilerfolg erzielen und am Hauptbahnhof eine Kundgebung abhalten. Die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit 4.000 Beamten im Einsatz, um beide Gruppen von einander abzuschirmen.

Zu dem Stadtfest kamen einem Polizeisprecher zufolge mehr als 5.000 Besucher in die Braunschweiger Innenstadt. Das multikulturelle Fest feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges bestehen. Zahlreiche Kulturvereine, Initiativen und ausländische Gemeinden hatten zum Gedankenaustausch und Konzerten eingeladen.

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