Diakoniechef Künkel fordert Einmischung in die Sozialpolitik

Nachricht 29. April 2011

Hannover (epd). Die Diakonie muss sich nach Ansicht des Direktors des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, weiterhin in die Sozialpolitik einmischen. Sie habe einen klaren biblischen Auftrag, der sich an alle bedürftigen Menschen wende, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Anschauungen oder ihrem sozialen Status. "Die Praxis ist am Auftrag zu messen, an sonst nichts", sagte er am Freitag bei einem Empfang des diakonischen "Birkenhofs" in Hannover.

Durch die sozialpolitische Entwicklung der vergangenen Jahre sei die Diakonie unter Druck geraten, sagte Künkel. Die Kommerzialisierung des Sozialmarktes stelle das Prinzip der Gemeinnützigkeit auf den Prüfstand. Er forderte von der Politik und den Kostenträgern einen Perspektivwechsel hin zu einer "Volkswirtschaft, die soziale Aufgaben finanzieren kann und will".

Künkel warnte vor einer Spaltung von Kirche und ihrer sozialen Arbeit, der Diakonie. Beide seien untrennbar miteinander verbunden. Vorstellungen, die Kirche solle sich auf Gottesdienst und Seelsorge beschränken, nannte der Diakoniechef einen Irrweg. Ohne die diakonische Arbeit "ist der Glaube tot", zitierte Künkel aus dem biblischen Jakobusbrief.

Der Birkenhof gehört zum größten diakonischen Träger Europas, den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Er ist Teil des Unternehmenszweiges "Bethel im Norden" mit insgesamt rund 1.550 Beschäftigten, die für etwa 3.400 Menschen arbeiten. Der Birkenhof ist in der Alten- und Jugendhilfe tätig und unterhält sozialpädagogische Schulen.

Internet: www.birkenhof.de

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29.4.2011