Osterpredigt Landesbischof Meister: Auferstehung ist Widerstand und Freiheit

Nachricht 24. April 2011

Hannover (epd). Der neue hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat in seiner Osterpredigt dazu aufgerufen, die Hoffnung auf Veränderungen in der Welt und im eigenen Leben nicht aufzugeben. Die biblische Geschichte von der Auferstehung Jesu sei zunächst keine Jubelgeschichte. Sie berichte vom Schrecken der Frauen, die das leere Grab finden. "Aus dem Zittern am leeren Grab wird Hoffnung", sagte Meister in seiner ersten Osterpredigt in der hannoverschen Marktkirche. "Alles, was wir waren und sind, formt sich um in alles, was wir erwarten und hoffen können."

Diese Hoffnung ermutige dazu, sich nicht dem Leiden zu ergeben, sondern nach Neuanfängen zu suchen, sagte der Bischof der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland seinem Manuskript zufolge. Darin liege auch eine Portion Protest: "Auferstehung ist Zittern und Flucht, aber auch Widerstand und Freiheit!"

Die Sehnsucht nach solchen Veränderungen sei auch in diesen Tagen präsent in Japan, in Nordafrika oder im Mittelmeer auf der Flucht aus Libyen und Tunesien, sagte Meister weiter. Jeder spüre sie auf Friedhöfen mit Namen von Menschen, die er kennt. Der Osterglaube wende sich gegen die "gewohnt-verzweifelte Akzeptanz des Todes". "Jeder, der an das Wunder glaubt, dass der Tod überwunden werden kann, jeder, der aus dieser alten Geschichte lebt, wird die Hoffnung nie aufgeben, dass diese Welt und das eigene Leben veränderbar sind."

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24.4.2011