Christliche Frauenverbände für ein generelles Verbot der PID

Nachricht 23. Februar 2011

Berlin, 23. Februar 2011 – Um die gesellschaftlichen Folgen einer Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) ging es heute bei einem parlamentarischen Frühstück im Jakob-Kaiser-Haus in Berlin, zu dem die drei größten christlichen Frauenverbände eingeladen hatten. Die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) informierten interessierte Abgeordnete über ihre Bedenken aus ethischer und frauenpolitischer Sicht. Alle drei Verbände sprachen sich eindeutig für ein generelles Verbot der PID aus. Fachlich unterstützt wurden sie von der Medizinsoziologin Dr. Gieselind Berg sowie der Biologin und Ethikerin Dr. Sigrid Graumann.

„Die Methode der PID unterzieht Embryonen eindeutig einer Qualitätskontrolle und unterscheidet letztendlich zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben. Das widerspricht der christlichen Auffassung vom Schutz und der Würde des menschlichen Lebens, wie sie auch in unserem Grundgesetz verankert ist“, begründete kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen die ablehnende Haltung der Verbände. Außerdem sei in keinem der bisher vorliegenden Gesetzentwürfe geregelt, was mit überzähligen Embryonen geschehe, die nicht in den Mutterleib eingepflanzt würden. „Ist die PID in engen Grenzen erst einmal zugelassen, besteht die Gefahr, dass es nicht bei den wenigen Ausnahmen bleiben wird. Stattdessen braucht es eine Begleitung und Unterstützung der betroffenen Paare und gerechte Chancen für Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Wir sind herausgefordert, ihnen in ihren Stärken zu begegnen“, ergänzte Birgit Mock, Bundesvorstandsmitglied des KDFB. Und die Vorsitzende der EFiD, Brunhilde Raiser, machte klar: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, die PID erspare den betroffenen Frauen weitere vorgeburtliche Untersuchungen und damit einen möglichen Schwangerschaftsabbruch. Auch die PID gibt keine Garantie für ein gesundes Kind“.

Der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Die EFiD fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Mit frauenspezifischer Kompetenz und Sicht setzt der Verband theologische, spirituelle, sozialdiakonische und politische Impulse. Zur EFiD gehören 40 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern. Weitere Informationen unter www.evangelischefrauen-deutschland.de.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein. www.frauenbund.de

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 600.000 Mitgliedern der größte katholische Verband in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd.de.