Vertrag für Niedersachsens erste evangelische Integrierte Gesamtschule unterzeichnet

Nachricht 21. Februar 2011

Foto: Von links nach rechts: Elternvertreterin Christiane Langer, Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (sitzend), Schulleiter Frank Kasburg, Superintendent Michael Hagen, Präsident Burkhard Guntau, Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Elternvertreterin Monika Bring-El Rasheid



Wunstorf/Reg. Hannover (epd). Die Stadt Wunstorf bei Hannover und die hannoversche Landeskirche haben am Montag den Vertrag für Niedersachsens erste Integrierte Gesamtschule in evangelischer Trägerschaft unterzeichnet. Die neue Schule plane nach ihrem Start im Sommer einen Modellversuch mit Islamischem Religionsunterricht in den Klassen 5 bis 10, sagte Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track: "Der Dialog der Religionen soll an einem klaren Ort unter Schülerinnen und Schülern ausprobiert werden."



Bisher wird islamischer Religionsunterricht landesweit nur an Grundschulen erprobt. Über das Pilotprojekt für die älteren Schüler sei die Kirche im Gespräch mit dem Land und der Universität Osnabrück, die islamische Religionslehrer ausbildet. Der Modellversuch werde jedoch davon abhängen, wie viele junge Muslime sich an der neuen Schule anmeldeten, sagte Gäfgen-Track.



Mit der Unterzeichnung des Vertrags kann die bestehende staatliche Gesamtschule mit Beginn des neuen Schuljahres im August von der Kirche übernommen werden. Geplant ist eine fünfzügige Ganztagsschule mit einem Schulgeld von 45 Euro im Monat, das bei Bedarf aber ermäßigt werden oder ganz entfallen kann. "Die finanzielle Situation der Eltern darf keine Rolle spielen", sagte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (CDU). Allein mit staatlicher Unterstützung sei eine Ganztagsschule mit Oberstufe, guter Ausstattung und individueller Förderung der Schüler nicht möglich.



Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung der Schule von insgesamt 14,5 Millionen Euro will zum großen Teil die Stadt tragen. Die Kirche will sich mit 1,4 Millionen Euro beteiligen. Der Rat der Stadt Wunstorf hatte dem Projekt zu Beginn des Jahres mit der Mehrheit aller Parteien zugestimmt. Das Kultusministerium muss die Schule noch offiziell genehmigen.



"Es geht uns nicht darum, Missionsschulen zu errichten, sondern wir wollen daran erinnern, dass Bildung ein wichtiges Thema der evangelischen Kirche ist", sagte der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Burkhard Guntau. Das moderne Volksschulwesen gehe wesentlich auf Impulse von Martin Luther zurück.



Bisher befinden sich vier allgemeinbildende Schulen in Hildesheim, Dassel, Wolfsburg und Nordhorn in Trägerschaft der Landeskirche. 2011 soll neben der IGS Wunstorf eine weitere allgemeinbildende Schule in Meine bei Gifhorn eröffnet werden. Insgesamt unterhalten die hannoversche Landeskirche und ihre Diakonie mehr als 100 Schulen, vorwiegend berufsbildende Schulen und Förderschulen.



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