Stellvertretender Bischof Jantzen wirbt für "erwachsenen Glauben"

Nachricht 20. Februar 2011

Lüneburg (epd). Der stellvertretende hannoversche Landesbischof Hans-Hermann Jantzen hat für einen "erwachsenen Glauben" geworben. "Um im Glauben erwachsen zu werden, muss ich aus den Kinderschuhen steigen und mich auf einen lebenslangen Weg machen", sagte er am Sonnabend bei einem Studientag in Lüneburg. Dort wurde eine Initiative vorgestellt, mit der die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) den christlichen Glauben neu vermitteln will.

Ein erwachsener Glaube bedeute, sich nicht mit dem überlieferten Glauben zufrieden zu geben, sondern sich "dem frischen Wind eigener Erfahrungen" auszusetzen. Es gehe um "einen tragfähigen Glauben, den du auch als Erwachsener vor dir selbst und vor anderen verantworten kannst". Dabei würden Lebenserfahrungen im Licht des Evangeliums gedeutet. So könne eine Begegnung zwischen Menschen "zur Begegnung mit Gott werden, wenn ich in dem andern meinen Nächsten, meine Schwester oder meinen Bruder erkenne".

Die Initiative "erwachsen glauben" ist Anfang des Jahres bundesweit in vielen Landeskirchen gestartet. Bei dem Studientag in Lüneburg lernten mehr als 60 Pastoren, Diakone und Ehrenamtliche neun von der EKD vorgeschlagene Glaubenskurse kennen. Sie könnten später unter dem Motto "Bald auch in ihrer Nähe" selber Seminare anbieten, erläuterte ein Sprecher. Im Angebot sind unter anderem ein Kurs auf den Spuren Dietrich Bonhoeffers, einer auf dem Hintergrund weiblicher Glaubenserfahrungen oder einer, der zum Lesen der Bibel anleitet. Ein besonderer Akzent liegt auf Angeboten für Eltern und Kinder.

Jantzen vertritt seit dem Rücktritt von Margot Käßmann vor rund einem Jahr als Bischofsvikar das höchste Amt der Landeskirche. Der Lüneburger Landessuperintendent wird am 13. März in den Ruhestand verabschiedet. Der künftige Landesbischof Ralf Meister wird am 26. März in Hannover eingeführt.

Internet:www.kurse-zum-glauben.de

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