Honduras: Lutherische Gemeinschaft zu Solidarität aufgerufen, da Gewalt Seelsorge behindert

Nachricht 11. Februar 2011

Tag des Fastens und Betens am 13. Februar

San Pedro Sula (Honduras)/Genf, 11. Februar 2011 (LWI) - Die Christliche Lutherische Kirche Honduras’ (ICLH) bittet ihre Schwesterkirchen in der ganzen Welt dringend darum, um das Ende der Gewalt in dem mittelamerikanische Land zu beten.

 
Die ICLH hat den kommenden Sonntag, den 13. Februar, zum Tag des Fastens und Betens erklärt und ihr Präsident Pfr. José Martin Girón bittet die Kirchen in der weltweiten lutherischen Gemeinschaft dringend um ihre Solidarität für diese Initiative.
 
„Die Kinder spielen nicht mehr draussen, Nachbarn besuchen sich nur selten und die Frauen verbringen ihre Tage eingeschlossen in ihren bescheidenen Behausungen“, heisst es in einem Brief der ICLH an verschiedene kirchliche Organisationen, zu denen auch der Lutherische Weltbund (LWB) zählte.
 
Die Kirche erklärte, dass die Gewalt auch ihre seelsorgerlichen Aufgaben beeinträchtigt, da einige Gemeinden in den betroffenen Gebieten ihren Mitgliedern keine Dienste mehr anbieten können. La Colonia La Unión in San Pedro Sula ist besonders stark betroffen. Eine Gemeinde dort konnte keine Weihnachtsgottesdienste feiern, weil ein Massaker in der Strasse, in der die Kirche liegt, die Gemeindeglieder zwangen, die Kirche zu schliessen.
 
„Wir bitten Sie, uns in Ihren Gebeten bedenken und vertrauen darauf, dass sie helfen können, diese Situation zu verbessern, so dass alle in Frieden miteinander leben können“, heisst es in dem Brief der Kirche von Mitte Januar.
 
„In diesen Gebieten geht es jeden Tag um Leben oder Tod. Diese Realität trifft verschiedene Nachbarschaften in San Pedro Sula, wo [organisierte] Gruppen einzelne Häuserblocks oder ganze Strassenzüge kontrollieren. Jeder, der dort lebt, weiss, was geschieht. Sie sehen es, sagen aber nichts, weil sie um ihr Leben fürchten“, schreibt die ICLH.
 
Die LWB-Mitgliedskirchen der Region Lateinamerika und die Karibik und die ökumenische Familie haben ihre Solidarität mit der ICLH bekundet, indem sie die Kirche besuchten und ihrer Gebete und Unterstützung versicherten.
 
Eine Gruppe der Salvadorianischen Lutherischen Kirche reiste nach Honduras, „um unsere Schwesterkirche ICLH in ihrem Leid und Kummer anzuhören und zu begleiten“, berichtete Bischof E. Gómez Soto in einem Brief vom 26. Januar. Nach diesem Treffen mit den ICLH-Kirchenleitern Pfr. Girón und Pfr. Hernán López von der lutherischen Kirche des Guten Hirten in La Colonia La Unión bat die honduranische Kirche dringend um die Unterstützung von der weltweiten lutherischen Gemeinschaft und der ökumenischen Familie. Gastgeber des Treffens war das Büro der LWB-Abteilung für Weltdienst in Honduras.
 
Die ICLH dankte den Episkopal- (Anglikanischen) und Reformierten Kirchen in San Pedro de Sula für die Einladung an die honduranische lutherische Kirche, ihre Räumlichkeiten für Gottesdienste zu nutzen. „Die ICLH ist dankbar für dieses Angebot“, sagte Girón.
Die ICLH hat 1.500 Mitglieder in zehn Gemeinden und fünf Missionsstationen. Sie arbeitet mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen des Landes und verfolgt dabei einen gemeinschaftsbezogenen Ansatz. Die Arbeit der Kirche konzentriert sich auf die Entwicklung von Leitungsverantwortung von LaiInnen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die vorbeugende Gesundheitsfürsorge, die Bewusstseinsbildung für HIV und AIDS, Mikrounternehmen für Frauen, die Bildung von Umweltbewusstsein sowie die Prävention und Bewältigung von Katastrophen.
Die honduranische Kirche gehört dem LWB seit 1994 an.
 
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Der LWB ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 145 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen ChristInnen in 79 Ländern weltweit angehören. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit. Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz).