Mahnwache für seit sechs Jahren getrennte kurdische Familie in Hildesheim

Nachricht 10. Februar 2011

Hildesheim (epd). Mit einer Mahnwache vor der Hildesheimer St.-Jakobi-Kirche haben Flüchtlingsinitiativen und Verbände am Donnerstag an das Schicksal einer seit sechs Jahren getrennten kurdischen Familie erinnert. Die damals schwangere Gazale Salame wurde 2005 mit ihrer eineinhalbjährigen Tochter in die Türkei abgeschoben. Ihr Ehemann Ahmed Siala lebt mit den beiden größeren Kindern im Landkreis Hildesheim.

"Die niedersächsische Härtefallkommission berät zurzeit über den Fall", sagte Kai Weber vom niedersächsischen Flüchtlingsrat am Rande der Mahnwache, zu der nach seinen Angaben rund 70 Menschen zusammengekommen waren. Im Anschluss wurde in der Kirche ein Bittgebet gehalten. Seit der Abschiebung von Gazale Salame fordert ein Unterstützerkreis die Rückkehr der Kurdin.

1990 hatte sie nach Angaben des Flüchtlingsrates aufgrund des Bürgerkrieges im Libanon ein Bleiberecht erhalten. Weil sie aber als kleines Mädchen in den 80er Jahren zweitweise auch in der Türkei gelebt hat, habe ihr der Landkreis Hildesheim nach 17-jährigem Aufenthalt in Deutschland die Aufenthaltsgenehmigung entzogen. Am 10. Februar 2005 wurde sie mit ihrer jüngsten Tochter von der Polizei abgeholt und abgeschoben, während ihr Mann die anderen beiden Kinder in den Kindergarten brachte.

Eine türkische Abstammung des Ehemannes Ahmed Siala konnte die Behörde jedoch nicht nachweisen. Die Härtefallkommission berate nun über eine Aufenthaltserlaubnis für den 32-Jährigen, sagte Weber weiter. "Wenn er in Deutschland bleiben darf und genug Geld verdient, können auch die Ehefrau und seine beiden Kinder zurückkehren."

Gazale Salame lebe derzeit in einem Armenviertel in Izmir, sagte Weber weiter. "Es geht ihr dort sehr schlecht." Eine Lösung sehe sie nur in Deutschland. Wann die Härtefallkommission zu einer Entscheidung kommen wird, ist nach Angaben von Weber derzeit nicht abzusehen. "Wir hoffen auf einen Bescheid bis zu den Sommerferien."

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10.2.11