Demonstration, Mahnwache und Bittgebet für abgeschobene Flüchtlinge in Hildesheim

Nachricht 06. Februar 2011

Hildesheim (epd). Flüchtlingsinitiativen wollen in dieser Woche in Hildesheim an die Schicksale von abgeschobenen Flüchtlingen erinnern. Am Montag sei eine Demonstration für eine kurdisch-yezidische Familie geplant, die Anfang Februar nach Syrien abgeschoben wurde, sagte Kai Weber vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat. Am Donnerstag folge dann eine Mahnwache für die vor sechs Jahren in die Türkei abgeschobene Kurdin Gazale Salame.

Die Mahnwache, die an das Schicksal von Salame erinnert, beginne um 17.30 Uhr vor der Jacobikirche, sagte Pastorin Nora Steen am Sonntag. Anschließend werde in der Kirche ein Bittgebet gehalten. Seit der Abschiebung der damals schwangeren Frau und ihrer Tochter fordert ein Kreis von Unterstützern die Rückkehr von Salame und ihren Kindern. Die Familie ist seit sechs Jahren getrennt.

Gazale Salame war zusammen mit ihrer damals anderthalbjährigen Tochter in die Türkei abgeschoben worden, während ihr Mann Ahmet Siala die beiden älteren Töchter in die Schule brachte. Salame lebt zurzeit mit den beiden jüngeren Kindern in einer Vorstadtsiedlung in Izmir. Siala wohnt mit den älteren Töchtern im Landkreis Hildesheim. Nach Angaben des Flüchtlingsrates wird der Fall zurzeit von der niedersächsischen Härtefallkommission beraten.

Die Demonstration am Montag will den Angaben zufolge auf das Schicksal der kurdisch-yezidischen Flüchtlingsfamilie Naso aufmerksam machen, deren Vater und 15-jähriger Sohn nach Syrien abgeschoben wurden. Die Mutter hatte während der Aktion einen Schwächeanfall erlitten, musste ins Krankenhaus gebracht werden und befindet sich noch in Deutschland.

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6.2.11