Studie: Immer mehr Niedersachsen engagieren sich freiwillig

Nachricht 03. Februar 2011

Hannover (epd). Immer mehr Niedersachsen engagieren sich freiwillig. Mit insgesamt 2,8 Millionen Menschen seien in dem Bundesland rund 41 Prozent der über 14-Jährigen bürgerschaftlich aktiv, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Donnerstag bei der Vorstellung einer Landesstudie in Hannover. Damit stehe Niedersachsen zusammen mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bundesweit an der Spitze.

Zwischen 1999 und 2009 habe die Zahl der Engagierten um zehn Prozent zugenommen, sagte McAllister. "In keinem anderen Bundesland hat es in den vergangenen Jahren einen vergleichbaren Anstieg gegeben." Die Studie war Ende 2010 von der Staatskanzlei in Auftrag gegeben worden. Sie wertet Daten einer deutschlandweiten Erhebung des Bundesfamilienministeriums zum freiwilligen Engagement aus. Frauen übernehmen demnach vor allem in Religion und Kirche, Schule, Kindergarten und im Sozialen freiwillige Aufgaben. Männer engagierten sich schwerpunktmäßig in Vereinen im Bereich Sport und Freizeit.

Staatliche Sozialleistungen könnten das freiwillige Engagement nicht ersetzen, sagte McAllister. "Ohne Ehrenamtliche wäre unsere Demokratie so nicht denkbar. Sie sind der gesellschaftliche Kitt." Der Staat müsse jedoch die Rahmenbedingungen dafür weiter verbessern. Es sei zum Beispiel zu fragen, warum Menschen mit über 70 Jahren zwar hohe Staatsämter bekleiden, aber nicht Schöffe an einem deutschen Gericht sein dürften.

Forschungsleiter Thomas Gensicke von tns infratest München ergänzte: "Der demografische Wandel ist eine große Herausforderung, denn wir haben immer weniger Köpfe, die wir für das Ehrenamt gewinnen können." So empfiehlt die Studie unter anderem die Förderung des Engagements junger Menschen. Dies habe zwar bei den 25- bis 34-Jährigen zugenommen, gehe bei den jüngeren jedoch zurück. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollten stärker für das Ehrenamt geworben werden.

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3.2.2011