Menschenrechtler kritisieren anhaltende Diskriminierung von Kopten

Nachricht 26. Januar 2011

Göttingen (epd). Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat erneut die Unterdrückung der koptischen Christen in Ägypten kritisiert. Staatspräsident Hosni Mubarak leugne auch nach dem Terroranschlag gegen die christliche Minderheit in der Neujahrsnacht in Alexandria jede Diskriminierung der Kopten beharrlich, sagte der Afrikareferent der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius, am Mittwoch in Göttingen. Damit mache Mubarak sich endgültig unglaubwürdig.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation hat Mubarak noch am vergangenen Montag gegenüber einem Redakteur eines ägyptischen Polizei-Magazins erklärt, es sei unfair und unwahr, wenn behauptet werde, in Ägypten würden die Kopten diskriminiert. Wer solche Vorwürfe erhebe, verbreite erfundene Erzählungen. So solle nur die nationale Einheit von Ägyptern untergraben werden, zitiert die Organisation den Staatspräsidenten. "Mubaraks Leugnen ist weder schlüssig noch politisch klug, da die Ungleichbehandlung der christlichen Minderheit zu offensichtlich ist", sagte Delius.

Erst in der vergangenen Woche hätten Parlamentarier der Regierungspartei erneut die strikten Bauvorschriften für christliche Kirchen gerechtfertigt. Seit 15 Jahren forderten koptische Organisationen die Aufhebung solcher Bestimmungen sowie eine Gleichbehandlung bei der Stellenvergabe und das Ende der Diffamierung in staatlichen Medien und Schulbüchern.

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26.1.11