Kirche will Ausbau der Krippenplätze mit Gottesdiensten begleiten

Nachricht 14. Januar 2011

Hannover (epd). Die evangelische Kirche will den Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren religionspädagogisch durch Gottesdienste begleiten. Auch Kinder hätten ein Recht auf Religion und sollten von Anfang an als getaufte Personen ernstgenommen werden, heißt es in dem neuen Buch "Mit den Kleinsten Gottesdienst feiern" aus dem Lutherischen Verlagshaus Hannover. Ab 2013 soll für jedes dritte Kind ein Krippenplatz in einer Kindertagesstätte zur Verfügung stehen. Die Kirche ist einer der größten Träger von Tagesstätten.

Das Buch beschreibt ausführlich, wie Eltern und Erzieher Gottesdienste mit den Kleinsten feiern können. "Das ist möglich, wenn sie die Lebenswelt der Kinder mit den biblischen Geschichten verknüpfen", sagte Autorin Hannegreth Grundmann am Freitag dem epd. Die Pastorin hat das Konzept drei Jahre lang mit Eltern-Kind-Gruppen ausprobiert und legt in dem Buch zwanzig Entwürfe vor. Immer wieder habe sie Anfragen von Erzieherinnen aus Kinderkrippen erhalten, berichtete sie.

Wichtig sei, sich auf die Ebene der Kinder zu begeben und aus ihrer Perspektive her zu denken: "Deshalb wird der Gottesdienst auf dem Fußboden gefeiert." Zum Gottesdienst gehören Spiel, Tanz, Musik und Bewegung. Passende Geschichten aus der Bibel werden mit Figuren gespielt.

Die rund 20-minütigen Gottesdienste für die Kleinsten sollen bewusst in einer Kirche stattfinden, etwa vor dem Altar. Klassische Elemente des Erwachsenen-Gottesdienstes wie ein Eingangslied, Gebete, Vaterunser und Segen gehören dazu: "Das ist ein gleichwertiger Gottesdienst wie andere auch."

Hinweis: Hannegreth Grundmann: Mit den Kleinsten Gottesdienst feiern, Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2010, 192 Seiten, gebunden, 18,90 EUR

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