Kirchenexperte: Verbraucher tragen Mitschuld am Dioxin-Skandal

Nachricht 08. Januar 2011

Hildesheim (epd). Der Kostendruck auf die Erzeuger und das Verhalten der Verbraucher sind nach Auffassung des Landwirtschaftsexperten der hannoverschen Landeskirche, Karl-Heinz Friebe, mit verantwortlich für den jüngsten Dioxin-Skandal in der Landwirtschaft. Es gelte der alte Satz: "Billig ist auf Dauer teuer", sagte er am Freitag im katholischen Domradio (Hildesheim). Das Dioxin soll Friebe zufolge über einen Verdünnungstrick ins Futtermittel gelangt sein: "Auf diese Idee komme ich, wenn ich dem Kostendruck unterliege oder hohe Renditen erreichen will."

Viele Menschen seien von der Lebensmittelproduktion entfremdet und wollten damit wenig zu tun haben. "Aber sie sind mit den Bauern im gleichen Boot: Denn auch sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie ein verantwortungsvoll produziertes Produkt erhalten", sagte der Referent für Kirche und Landwirtschaft. Der Dioxin-Skandal sei nicht nur ein großer Geldschaden, auf dem die Wirtschaft sitzenbleibe, er sei auch ein großer Image-Schaden für die Landwirtschaft.

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8.1.11