Früherer Bischof Noack beklagt Auseinanderdriften der Gesellschaft

Nachricht 08. Januar 2011

Lüneburg (epd). Der frühere Magdeburger Bischof Axel Noack hat ein Auseinanderdriften der Gesellschaft beklagt. Die Mittelschicht in Deutschland werde kleiner, während Reichtum und Armut wüchsen, sagte der evangelische Theologe am Donnerstagabend in Lüneburg. So nähmen einerseits Fast Food und Ramsch-Läden zu, andererseits gebe es immer mehr Gourmet-Restaurants und teure Boutiquen.

Zwar werde etwa nach den Dioxinfunden in Eiern nach schärferen Regeln und Kontrollen gerufen. Gesetze allein reichten jedoch für ein geordnetes Miteinander nicht aus und könnten der Habgier keinen ausreichenden Einhalt gebieten, sagte er beim Epiphaniasempfang des evangelischen Kirchenkreises Lüneburg. "Wir erleben schon heute einen unseligen Wettbewerb zwischen denen, die Gesetzesschlupflöcher zu stopfen suchen, und denen, die neue Schlupflöcher suchen."

Noack warb für eine umfassende Bildung, die auch Werte-Erziehung mit einbeziehen und Orientierung bieten müsse. Dabei müsse sich die Kirche einbringen. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft seien Menschen mit Überzeugungen wichtig. Der christliche Glaube trage dazu bei, dass Menschen ihre Freiheit verantwortlich gebrauchten. "Wer Orientierung geben will, darf sich nicht scheuen, ganz persönlich Vorbild sein zu wollen. Das gilt für Handwerksmeister genauso wie für mittelständige Unternehmer, Politiker und kirchliche Mitarbeiter."

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8.1.2011