Özkan: Niedersachsen will Schuldnerberatung in Kommunen weiter unterstützen

Nachricht 08. Januar 2011

Harpstedt/Kr. Oldenburg (epd). Niedersachsen will 2011 die Schuldnerberatung und Schuldenprävention in den Kommunen weiterhin finanziell unterstützen. Für die allgemeine soziale Schuldnerberatung stünden rund 570.000 Euro zur Verfügung, kündigte Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) am Freitag in der evangelischen Christuskirche in Harpstedt bei Bremen an. Für Präventionsprojekte mit Jugendlichen und Eltern stelle die Regierung noch einmal rund 266.000 Euro zur Verfügung.

Als Ursachen für Überschuldung und Privatinsolvenzen nannte Özkan Scheidung, Arbeitslosigkeit, zu niedriges Einkommen und auch die Geburt von Kindern. Mittlerweile gebe es in Niedersachsen ein flächendeckenden Netz von mehr als 200 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen.

Özkan lobte ausdrücklich das besondere Engagement in den evangelischen Kirchenkreisen Syke-Hoya und Grafschaft Diepholz. Die Ministerin hielt einen Vortrag zu Gunsten des Förderkreises der sozialen Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes in den beiden Kirchenkreisen. Der Förderkreis setze sich dafür ein, dass eine Schuldenproblematik gar nicht erst entstehe. Kinder und Jugendliche würden in den Schulen fit gemacht für den Umgang mit Geld.

Auch für die Landesregierung seien Kinder und Jugendliche die erste Zielgruppe, wenn es um präventive Angebote gehe, Schulden zu vermeiden, betonte die Ministerin. "Durch Handykosten und kostenpflichtige Internetangebote oder das Herunterladen von Handy-Klingeltönen kann eine Verschuldung noch vor Beginn der eigenen Erwerbstätigkeit einsetzen."

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken unterstützt die Landesregierung Özkan zufolge seit 2008 die landesweite Aufklärungs- und Öffentlichkeitskampagne "Handy: Lieb und teuer". Dabei werden auch die medienpädagogischen Kompetenz der Eltern gefördert. Ein besonders Augenmerk solle in Zukunft auf spezielle Angebote für Eltern mit Migrationshintergrund gelegt werden. Allein für solche Kurse würden 36.000 Euro bereitgestellt.

Sabine Fischer-Garvey von der Beratungsstelle Syke-Hoya forderte strengere gesetzliche Regeln, damit Jugendliche keine Verträge abschließen können, deren Folgen sie nicht absähen. "Ich kann in einen Möbelladen gehen, ich kann das rote Sofa mitnehmen, brauche erst in 100 Tagen zu zahlen und wundere mich, dass ich Post bekomme."

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8.1.2011