Epiphanias : Einst Weihnachtstermin - heute Drei-Königs-Tag

Nachricht 05. Januar 2011

Es gibt Feste im christlichen Kalender, die zwar vom Namen her, nicht aber im Bewusstsein der breiten Masse eine Rolle spielen. Das am 6. Januar gefeierte Epiphanias-Fest zählt dazu. Der aus dem Griechischen stammende Name dieses Tages bezeichnet die Erscheinung Gottes in der Gestalt Jesu Christi. Verbunden mit diesem seit dem 4. Jahrhundert gefeierten Fest ist daher zunächst und vor allem die Geburt Jesu. Der 6. Januar war deshalb auch der erste Termin des Weihnachtsfestes in der Christenheit.

Aber schon Mitte des 4. Jahrhunderts löste der 25. Dezember den Epiphanias-Tag als Weihnachtstermin ab. Was die Heiligen Drei Könige betrifft, derer heute vor allem am 6. Januar gedacht wird, so tragen sie diesen Namen erst seit dem 5. Jahrhundert. Die „Weisen aus dem Morgenlande“ (Matthäus 2, 1-12), die sich aufmachen, um den Heiland der Welt anzubeten, sind zwar von Anfang an mit dem Epiphaniasfest verbunden gewesen. Aber nachdem der 25. Dezember zum Weihnachtstermin wurde, wird in der römischen Kirche um 450 aus dem Epiphanias-Fest das „Fest der Magier“, also der „Drei Weisen“ bzw. der „Heiligen Drei Könige“ gemacht. Seit dem 8. Jahrhundert tragen die drei Könige auch Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Ihre angeblichen Gebeine werden heute im Drei-Königs-Schrein im Kölner Dom aufbewahrt.

Bis heute verbinden sich vorwiegend in katholischen Gegenden mit dem Drei-Königs-Fest Bräuche wie das Sternsingen oder das Dreikönigszeichen (Caspar + Melchior + Balthasar), das über die Türen geschrieben wird. Diese Abkürzung CMB wird aber auch gern als „Christus mansionem benedicat“ gedeutet, was soviel heißt wie „Christus segne die Wohnung“. In der evangelischen Kirche spielt das Epiphaniasfest heute keine allzu große Rolle. Im Kirchenjahr werden freilich die Sonntage zwischen Epiphanias und Septuagesimae als „Sonntage nach Epiphanias“ gezählt. Auch lädt die hannoversche Landeskirche traditionell an diesem Tag zu ihrem Neujahrsempfang in das Kloster Loccum ein.

(Entnommen aus „1x1 des Kirchenjahres“ von Jörg Buchna)