Koptische Gemeinde in Lehrte von Islamisten bedroht

Nachricht 03. Januar 2011

Hannover (epd). Islamistische Gewalttäter bedrohen offenbar auch Gemeinden koptischer Christen in Niedersachsen und Hessen. Der Polizeidirektion Hannover liege eine entsprechende Warnung des Bundeskriminalamtes vor, bestätigte eine Sprecherin am Montag dem epd. Konkret sei eine Gemeinde in Lehrte bei Hannover im Visier der Islamisten. Sie feiert ihre Gottesdienste seit September gastweise in einem dortigen katholischen Gemeindesaal. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegels" ist auch eine koptische Gemeinde in Frankfurt/Main bedroht.

Zur Gemeinde in Lehrte gehören rund 250 orthodoxe Christen aus dem südlichen und mittleren Niedersachsen, die aus Ägypten nach Deutschland zugewandert sind. Die Polizei fahre seit dem 21. Dezember vermehrt mit Streifenwagen das Gebiet rund um das Gemeindehaus ab, berichtete die Sprecherin. Zum koptischen Weihnachtsfest am 6. und 7. Januar wollten die Beamten besondere Präsenz zeigen.

Die Gemeinde werde ihren fünfstündigen Weihnachtsgottesdienst mit anschließender Feier trotz der Drohung ganz normal feiern, sagte Mönchserzpriester Abuna Girgis Elmoharaky: "Wir vertrauen auf Gott und die deutsche Polizei."

Laut "Tagesspiegel" wird die Drohung auf einer Website im Internet erhoben, die Sympathisanten des Terrornetzwerks Al Kaida zuzurechnen ist. Dort werde zu Anschläge auf Weihnachtsfeiern der beiden Gemeinden aufgerufen. Die Information wurde bundesweit an Polizeibehörden weitergeleitet. Die Polizei nahm in mehreren Städten Kontakt zu koptischen Gemeinden auf und warnte vor der Terrorgefahr.

Priester Elmoharaky zeigte sich bestürzt über den islamistischen Anschlag auf koptische Christen in der Silvesternacht im ägyptischen Alexandria: "Wir sind sehr traurig." Bei dem Selbstmordanschlag nach einer Messe waren mindestens 21 Christen ums Leben gekommen. Dutzende wurden verletzt. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die ägyptische Regierung machte "ausländische Kräfte" verantwortlich.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
3.1.2011