Regionalbischof kritisiert Sexualmoral vieler Kirchen

Nachricht 30. November 2010

Aurich (epd). Der Auricher Landessuperintendent Detlef Klahr hat zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember die Sexualmoral in vielen Kirchen weltweit kritisiert. Wenn Sexualität als Sünde und nicht als Schöpfungsgabe Gottes verstanden werde, verhindere dies auch ein offenes Gespräch über den Schutz vor HIV und Aids, sagte der Regionalbischof des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland am Dienstag in Aurich.

HIV und Aids dürften nicht länger tabuisiert werden, betonte Klahr. Weltweit werde die Zahl der infizierten und erkrankten Menschen auf 33,3 Millionen geschätzt. In Deutschland lebten nach Angaben des Robert Koch Instituts derzeit 70.000 Menschen mit dem Virus.

Klahr lobte Papst Benedikt XVI. dafür, dass er den Gebrauch eines Kondoms zumindest in einigen Fällen erlaubt hat. So könne die Ansteckungsgefahr verringert werden, sagte Klahr. Das Wissen, wie Ansteckungen vermieden werden können, bleibe die wichtigste Prävention: "Kondome stehen dabei als Schutzmaßnahme ganz oben."

Die Weltversammlung des lutherischen Weltbundes hat sich Klahr zufolge im Juli intensiv mit dem Thema beschäftigt. Es sei deutlich geworden, "dass erkrankte Menschen zusätzlich mit Ausgrenzung und Armut zu kämpfen haben". Vielen fehle der Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung, vor allem in Afrika und Asien.

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30.11.2010