Diakonie fordert mehr Geld für Verhütung bei Hartz-IV-Empfängerinnen

Nachricht 28. November 2010

Hannover (epd). Hartz-IV-Empfängerinnen sollten nach Ansicht der Diakonie mehr Geld für Verhütungsmittel bekommen. Die Praxis in den kirchlichen Beratungsstellen zeige, dass viele Frauen ungewollt schwanger seien, weil das Geld für Verhütungsmittel nicht ausgereicht habe, kritisierte der Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, am Freitag in Hannover: "Schwangerschaftsabbrüche von Hartz-IV-Empfängerinnen bezahlt die Krankenkasse. Bei der Finanzierung von Verhütungsmitteln aber werden die Frauen nicht unterstützt."

Die Diakonie appelliere an die Politik, kommende Woche in der Arbeits- und Sozialministerkonferenz eine angemessene gesetzliche Regelung zu finden, betonte Künkel. Bei der aktuellen Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze seien Verhütungsmittel nicht ausreichend berücksichtigt. Im neuen Regelsatz von 364 Euro seien monatlich lediglich 15,55 Euro für die "Gesundheitspflege" vorgesehen. Eine Pillenpackung koste aber bis zu 20 Euro, eine Spirale rund 350 Euro.

Bis zu einer gesetzlichen Regelung sollten kommunale Fonds mit ausreichenden Geldern ausgestattet werden, forderte Künkel. Positives Beispiel sei die Stadt Flensburg. Dort seien in diesem Jahr 30.000 Euro in ein gemeinsames Projekt mit "pro familia" geflossen, um verordnete Verhütungsmittel für Hartz-IV-Empfängerinnen zu bezahlen.

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27.11.2010