Bildungszentrum wird als Modellprojekt umweltgerecht erweitert

Nachricht 27. November 2010

Bad Bederkesa/Kr. Cuxhaven (epd). In Bad Bederkesa bei Bremerhaven soll beispielhaft gezeigt werden, wie eine Einrichtung der Erwachsenenbildung umweltgerecht aus- und umgebaut werden kann: Das Evangelische Bildungszentrum im Ort wird mit einem Investitionsvolumen von 2,76 Millionen Euro unter anderem mit Passivhaus-Standard CO2-neutral erweitert. Das Projekt "füllt eine Leerstelle in Niedersachsen", lobte Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Sonnabend bei einer ersten Präsentation. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt die Ausbaupläne.

Passivhaus heißt in diesem Fall: Das Erweiterungsgebäude, ein Vortragssaal und zehn Gästezimmer, wird so gebaut, dass es künftig mehr Energie erzeugt als verbraucht. Das Modellprojekt wird den Angaben zufolge von der landeseigenen Investitions- und Förderbank mit EU-Geldern in Höhe von knapp 2,07 Millionen Euro bezuschusst. Damit entstehe ein Referenzobjekt für zukunftsfähiges Bauen, das Impulse in die heimische Wirtschaft vermittele, sagte der Ministerpräsident.

Das wird nach Angaben des hannoverschen Architekten Carsten Grobe im wesentlichen durch Solarenergie vom Dach, ein Blockheizkraftwerk sowie eine besonders gute Dämmung des Baukörpers erreicht. Ergänzt werde dies durch ein ausgefeiltes Lüftungssystem. Zudem leiten Tageslichtröhren künftig natürliches Sonnenlicht in das Haus und sparen so Strom für die Beleuchtung. "Die beste Energie ist die, die man spart", sagte Grobe. Der Um- und Erweiterungsbau mit einer Nutzfläche von knapp 590 Quadratmetern soll im Sommer kommenden Jahres in Angriff genommen werden und im Frühjahr 2012 fertig sein.

Das Projekt solle zeigen, dass sich ein solches Konzept in der Erwachsenenbildung wirtschaftlich umsetzen lasse, betonte Grobe. DBU-Abteilungsleiter Wulf Grimm ergänzte, ein solcher Bau koste zwar zwischen vier und sechs Prozent mehr. Dem stünden aber künftig erhebliche Einsparungen von Strom- und Wärmeenergie gegenüber. "Und wir wissen alle: Energie wird nicht billiger." Am Beispiel Bad Bederkesa könnten Planer und Handwerker dann künftig lernen, wie ein Passivhaus-Bildungszentrum gebaut werde.

Mit der Erweiterung schafft das Zentrum zudem Räume, die auch für das niedersächsische Modellprojekt "Offene Hochschule" genutzt werden sollen. Die Initiative ermöglicht über berufliche Weiterbildungen den Zugang zu Fachhochschulen. So haben bereits 43 Erzieherinnen aus der Region in Bad Bederkesa eine Zusatzqualifikation zur Arbeit mit Krippen-Kindern abgeschlossen. Viele erwarben die Berechtigung, um an der Fachhochschule Emden/Leer "Integrative Frühförderung" studieren zu können.

Das Bauprojekt sei ein Vorbild zur Bewahrung der Schöpfung, betonte Stades Regionalbischof Hans Christian Brandy: "Das ist der Kirche besonders wichtig." Das Evangelische Bildungszentrum mit derzeit 54 Zimmern wurde 1982 eröffnet und bietet nach Angaben seines Leiters Jörg Matzen jährlich etwa 350 Bildungsveranstaltungen an. Dazu kommen bis zu 8.500 Gäste aus ganz Niedersachsen. Das entspreche einer Auslastungsquote von mehr als 90 Prozent, hieß es.

Internet: www.ev-bildungszentrum.de

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27.11.2010