Diakonie: Krankenhäusern droht der Notstand

Nachricht 24. November 2010

Die  jüngst von der CDU-FDP-Regierung beschlossene Gesundheitsreform  lehnt die Diakonie ab: "Den Krankenhäusern sollen in den kommenden Jahren bundesweit ca. 1,5 Mrd. Euro entzogen werden. Diese Kürzungen für die Krankenhäuser treffen die Beschäftigten und die Patienten  hart ",  kritisiert Dr. Christoph Künkel, Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche. Feststehenden Steigerungen bei den Personalkosten in Höhe von 1, 5 Mrd. in 2011 stehen danach nur rund 150 Mio. Euro gegenüber, die von den Krankenkassen finanziert werden. "Die Patienten erwarten zu Recht eine menschenwürdige, zugewandte medizinische und pflegerische Betreuung. Wie soll diese gewährleistet werden, wenn die Bundesregierung hier den Personalabbau geradezu erzwingt?“, so Künkel.

Mit dem Argument, auch die Krankenhäuser müssten zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung beitragen, werden den Kliniken für 2011 zusätzliche Einsparungen aufgezwungen. Dabei werde übersehen, dass die Gesetzlichen Krankenversicherungen vom Wirtschaftswachstum und der niedrigen Arbeitslosenrate profitieren. "Die angenommenen Finanzierungslücke der GKV in Höhe von 11 Mrd. ist heute längst überholt. Die Bundesregierung folgt hier einseitig den Argumenten der GKV und drückt somit die Krankenhäuser an die Wand."    
Die diakonischen Krankenhäuser fordern wiederholt, dass sich die Vergütung der Krankenhausleistungen an der realen Kostenentwicklung in den Krankenhäusern orientiert. Infolge jahrelangen Einspardrucks aber führt die immer stärker ausgedünnte Personaldecke in den Kliniken zu einer immer höheren Belastung des Personals.  Der   Fachkräftemangel in Medizin und Pflege ist bereits deutlich.  "Die Entscheidung der Bundesregierung wird das Problem weiter verschärfen und nimmt damit den Krankenhäusern die Luft zum Atmen", so Künkel.  Statt dessen sollten ambulante Behandlungen im Krankenhaus erleichtert, entsprechende Ressourcen und Kompetenzen der Kliniken genutzt und bürokratischer Aufwand reduziert werden. Mehrleistungen, die entstehen, weil mehr und schwerer zu behandelnde Patienten zu versorgen sind, dürfen nicht zu Lasten der Krankenhäuser gehen.
 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit