Reformierte Synode beschließt einstimmig Haushalt über 34,5 Millionen Euro

Nachricht 21. November 2010

Emden (epd). Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche hat am Freitag ihren Haushalt für das kommende Jahr einstimmig beschlossen. Der 34,5 Millionen Euro-Etat liege fast eine Million Euro unter dem des laufenden Jahres, sagte Vizepräsident Johann Weusmann am Freitag auf der Herbsttagung der Synode in Emden. Das Kirchenparlament mit seinen 62 Delegierten tagte in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek.



Es gebe aber weiterhin Haushaltsrisiken, warnte Weusmann. So seien die Personalkosten mit 62 Prozent der Gesamtausgaben zu hoch. Ein durch Pensionierungen und reduzierte Neueinstellungen geplanter Pfarrstellenabbau wirke sich nur langsam auf den Haushalt aus.



Die Kirche kündigte an, in den kommenden Jahren ein Drittel ihrer 160 Stellen zu kürzen, da die Zahl der Mitglieder vor allem wegen des demografischen Wandels zurückgehe. Für die einzelnen Pastoren bedeute dies Mehrarbeit, weil sie mittelfristig im Schnitt für 1.800 statt wie bisher 1.400 Gemeindemitglieder zuständig seien. Entlassungen seien jedoch nicht geplant.



Die Kirche wolle zudem einen fünf Jahre währenden Einstellungsstopp für Pfarrer aufheben. Der theologische Nachwuchs reiche bereits jetzt nicht aus, um acht freie Stellen neu zu besetzen, sagte Kirchenpräsident Jann Schmidt. Der Einstellungsstopp war eingeführt worden, um die Zahl der Pfarrstellen langfristig ohne Entlassungen zu reduzieren. Er habe aber nicht zu der gewünschten Stellenrotation geführt. Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 182.000 Mitglieder in 142 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.



Das Kirchenparlament verabschiedete außerdem eine Neuregelung, um sexuellem Missbrauch vorzubeugen. Demnach sollen angehende Pfarrer künftig nur gegen Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses zur Ersten Theologischen Prüfung zugelassen werden. "Wenn es einschlägige Vorstrafen gibt, soll von einer Einstellung abgesehen werden", Weusmann. Im erweiterten Führungszeugnis werden auch Sexualstraftaten mit geringem Strafmaß erfasst, die im herkömmlichen Führungszeugnis nicht auftauchen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es Anfang der 1970er Jahre zu Missbrauchsfällen in der reformierten Kirche gekommen.



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