Konflikte und Finanzen beschäftigen Oldenburger Synode

Nachricht 21. November 2010

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Konflikte und Finanzen haben bis zum Freitag die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg beschäftigt. Große Aufmerksamkeit erhielt ein synodaler Bericht zur Entlassung der ehemaligen Pressesprecherin der Kirche vor einem Jahr. Die in Rastede bei Oldenburg tagende Synode beschloss einen 80,8 Millionen Euro Haushalt für 2010, die Vorbereitung eines Zukunftskongresses und ein kirchliches Umweltschutzprogramm. Außerdem richtete sie ihre Publizistik neu aus.

Janssen entschuldigte sich öffentlich im Namen des Oberkirchenratskollegiums für die nach Ansicht des Arbeitsgerichts ungerechtfertigte Entlassung der Kirchensprecherin Marlis Oehme. Der Vorsitzende der Arbeitgruppe "Konfliktkommunikation", Rechtsanwalt Jost Richter, sprach von einem "Fehlverhalten des ganzen Oberkirchenrates". Oehme habe "kein Verhalten gezeigt, das eine verhaltensbedingte Kündigung gerechtfertigt hätte".

Janssen bat die Menschen um Entschuldigung, deren Vertrauen in kirchenleitendes Handeln unter diesem Fehler gelitten habe: "Über die sachlichen Auseinandersetzungen hinaus bitten wir Frau Dr. Oehme um Entschuldigung an den Stellen, wo wir ihr gegenüber menschlich nicht korrekt gehandelt haben."

In seinem Bericht für den Gemeinsamen Kirchenausschuss trat der Bischof Gerüchten entgegen, die auf mögliche sexuelle Übergriffe im Oberkirchenrat hinweisen. "Es gab keine sexuellen Übergriffe", sagte er. Es habe 2008 Hinweise auf Unbotmäßigkeiten gegeben, "also Verhalten, das sich nicht gehört". Diesen Hinweisen sei die Kirche verantwortungsvoll nachgegangen. Es seien weder dienst- noch strafrechtliche Konsequenzen nötig gewesen.

Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs brachte einen 80,7 Millionen-Euro-Etat ein. In den vergangenen Jahren sei das Kirchensteueraufkommen zu niedrig eingeschätzt worden. Darum rechne er erstmals seit vier Jahren mit 44,8 Millionen Euro Kirchensteuern statt 42,6 Millionen Euro. Der Haushalt 2009 habe mit einem Überschuss von 7,2 Millionen Euro abgeschlossen, die in die Rücklagen der Kirche fließen. Er betrage nun 136,8 Millionen Euro.

Zur Vorbereitung auf den ersten Zukunftskongress der Landeskirche im Jahr 2012 setzte die Synode einen Reformausschuss ein. Das Kirchenparlament beschloss weiter ein umfangreiches Umweltschutzprogramm. Geplant ist, den CO2-Ausstoß kirchlicher Gebäude bis 2015 um ein Viertel zu senken. Mit einem Öko-Fonds von 250.000 Euro sollen Kirchengemeinden bei der Sanierung ihrer Gebäude unterstützt werden.

Die Publizistik der Landeskirche soll künftig auf vier Säulen ruhen. Dazu gehören die in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung" mit einem neuen "Oldenburger Gesicht", das Magazin "Evangelisch in Oldenburg", eine Stärkung der Gemeindebriefe und die Zusammenarbeit mit Tageszeitungen.

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20.11.2010