Evangelische Altenhilfe klagt über niedrige Einnahmen

Nachricht 16. November 2010

Braunschweig (epd). Die evangelischen Einrichtungen der Altenpflege in Niedersachsen bemängeln niedrige Einnahmen und zu hohe Personalkosten. Auf einer Mitgliederversammlung hätten sie die Bindung an die in der Diakonie geltenden Gehaltstarife infrage gestellt, teilte der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und ambulante pflegerische Dienste e.V. (NEVAP) am Dienstag mit. Außerdem forderten sie von den Kranken- und Pflegekassen höhere Entgelte.

Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern, drohe die Schließung einiger Häuser, sagte der Vorstandsvorsitzende, Burkhard Budde aus Braunschweig. Für den Kostendruck ist nach Einschätzung des NEVAP die starke Konkurrenz privater Anbieter verantwortlich. Sie zahlten niedrigere Gehälter und könnten deshalb ihre Leistungen billiger anbieten. Der Verband schlägt vor, den diakonischen Einrichtungen "maßgeschneiderte Lösungen vor Ort" zu ermöglichen. Er vertritt 166 Träger mit 265 Einrichtungen. Einer internen Umfrage zufolge leidet die Mehrheit unter wirtschaftlichen Problemen.

Die Konkurrenzsituation sei in Niedersachsen besonders groß, weil 59 Prozent aller Einrichtungen private Träger hätten, sagte Budde. Das sei ein sehr hoher Wert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, der bei 39 Prozent liege. Die wirtschaftlichen Probleme der Altenpflege würden in Niedersachsen außerdem durch ein Überangebot an Plätzen verschärft.

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16.11.10