Diakonissen-Mutterhaus feiert 150-jähriges Bestehen

Nachricht 11. November 2010

Rotenburg/Hamburg (epd). Vor 150 Jahren wurde das heutige Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg als Hilfseinrichtung für arme Menschen gegründet. Das Jubiläum soll nach Angaben von Oberin Rosemarie Meding am 19. November im Beisein von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gefeiert werden. Das Diakonissen-Mutterhauses hat seine Wurzeln in Hamburg. Nach einem Eklat zogen die Diakonissen 1905 nach Rotenburg bei Bremen um.

1856 nahm die Lehrerin Elise Averdieck (1808-1907) auf Bitten ihrer Freundin einen unversorgten Kranken in ihrer Wohnung auf, um ihn zu pflegen. Bald entstand daraus eine Krankenstation, die sie nach der biblischen Heilungsgeschichte "Bethesda" (hebräisch: "Haus der Barmherzigkeit") nannte. Drei Jahre später bekam Elise Averdieck einen hohen Geldbetrag zum Bau eines neuen Gebäudes geschenkt, das dann am 19. November 1860 als Diakonissen-Mutterhaus eingeweiht wurde.

Gründerin der Rotenburger Einrichtung ist die Oberin Helene Hartmeyer (1854-1920), die im April 1905 mit 160 Diakonissen von Hamburg nach Rotenburg übersiedelte. Vorangegangen war ein Streit zwischen den Diakonissen und dem Vorstand von "Bethesda": Während die Frauen sich weiterhin hauptsächlich um bedürftige Menschen kümmern wollten, drängte der Vorstand darauf, vermehrt wohlhabende Bürger zu pflegen, um die Einnahmen zu steigern. Dem verweigerten sich die Bethesda-Schwestern und fingen in Rotenburg neu an.

Hier errichteten die Schwestern ein neues Mutterhaus, ein Krankenhaus und eine Krankenpflegeschule. Daraus entstand das heutige Diakoniekrankenhaus, das mit fast 800 Betten und mehr als 2.100 Beschäftigten zur größten konfessionellen Einrichtung in Norddeutschland gewachsen ist. Dazu gehören 20 Fachkliniken und Institute mit zusammen rund 800 Betten.

Im Mutterhaus leben laut Oberin Meding derzeit 29 Diakonissen im Alter zwischen 60 und 100 Jahren. Dazu gehört außerdem eine diakonische Gemeinschaft mit 30 Frauen, die aber außerhalb des Mutterhauses wohnen. Das 150-jährige Bestehen soll auch mit einem Gottesdienst gefeiert werden, zu dem der hannoversche Diakonie-Direktor Christoph Künkel erwartet wird.

Internet: www.diako-online.de/mutterhaus

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11.11.2010