Kirche kündigt Pachtvertrag mit rechtsextremem Landwirt Nahtz

Nachricht 11. November 2010

Celle/Eschede (epd). Der evangelische Kirchenkreis Celle hat einen seit Jahrzehnten bestehenden Pachtverhältnis mit einem rechtsextremen Landwirt gekündigt. Die Familie des Landwirts Joachim Nahtz aus Eschede habe ihre Pacht nicht rechtzeitig gezahlt, sagte Superintendent Hans-Georg Sundermann am Donnerstag dem epd. "Dadurch war es der Kirchengemeinde Eschede möglich, aus dem Vertrag herauszukommen."

Der Hof des NPD-Mitglieds Nahtz wird seit Jahren von Rechtsextremisten für Treffen genutzt. Die Gemeinde habe versucht, den Vertrag vorzeitig zu lösen, der Ende 2014 endgültig auslaufen sollte, erläuterte Sundermann. Doch bislang habe es keine rechtliche Handhabe gegeben. Der Pachtvertrag mit dem Sohn des Landwirts über rund elf Hektar Land bestand seit mehr als 50 Jahren. Er war über drei Generationen jeweils turnusgemäß verlängert worden.

Ende vergangenen Jahres hatte die Kirche bereits auf öffentliche Kritik daran reagiert, indem sie Pacht von rund 1.450 Euro im Jahr in einen Fonds gegen Rassismus und rechtsradikale Gewalt leitete. Möglicherweise habe der Landwirt aus Ärger darüber nicht gezahlt, sagte Sundermann. An Demonstrationen gegen die Neonazi-Versammlungen auf dem Hof Nahtz beteiligen sich regelmäßig auch Kirchenvertreter. Mit der Pacht aus dem Fonds wurden unter anderem diese Gegendemonstrationen unterstützt.


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11.11.2010