Aufschwung auf Arbeitsmarkt beschert Kirchen mehr Einnahmen

Nachricht 08. November 2010

Hannover (epd). Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt kommt auch den evangelischen Kirchen in Niedersachsen zugute. Die hannoversche Landeskirche wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 420 Millionen Euro an Kirchensteuern einnehmen, deutlich mehr als erwartet, sagte der Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Rolf Krämer, am Montag dem epd.

Am Ende des Jahres werde ein Überschuss von 20 Millionen Euro stehen, erläuterte Krämer. Allerdings lägen die Einnahmen immer noch 14 Millionen Euro unter dem unter dem Ergebnis von 2009. Nach vielen Jahren mit zum Teil hohen Haushaltsdefiziten könne die Landeskirche ihren Haushalt endlich wieder ausgeglichen gestalten.

Die Mehreinnahmen könnten den rund 8.000 Gebäuden der Landeskirche zugute kommen, die "langsam, aber sicher" energetisch auf den neusten Stand gebraucht werden müssten, sagte Krämer: "Hier können wir an einigen Stellen aktiv werden, die wir bisher noch nicht so im Blick hatten."

Die derzeitige Situation biete Anlass zur Freude, aber keinesfalls zur Euphorie, mahnte der Vizepräsident. Bis 2020 müsse der kirchliche Haushalt im Schnitt um weitere 15 Prozent zurückgefahren werden, "damit wir nicht in die finanzielle Bredouille geraten". Der Grund sei die demografische Entwicklung mit sinkenden Mitgliederzahlen in der Kirche. Die Landeskirche hatte in den vergangenen fünf Jahren ein Sparpaket von insgesamt 81,5 Millionen Euro schrittweise umgesetzt.

Die hannoversche Landeskirche ist mit knapp drei Millionen Mitgliedern zwischen Harz und Nordsee die größte evangelische Landeskirche in Deutschland. Ihr Etat umfasste im vergangenen Jahr rund 600 Millionen Euro. Ein Defizit von rund 75 Millionen wurde verursacht durch eine Einmalzahlung für die Altersversorgung und aus Rücklagen abgedeckt.

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8.11.2010