Theologe und hannoversche Initiative mit Islam-Archiv-Preis ausgezeichnet

Nachricht 07. November 2010

Werl/Hannover (epd). Der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Konrad Raiser, ist am Sonntag im westfälischen Werl mit dem diesjährigen Mohammad-Nafi-Tschelebi Friedenspreis des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland ausgezeichnet worden. Mit Raiser werde einer der Bahnbrecher im Dialog der Kulturen und Religionen geehrt, erklärte die Amina-Abdullah-Stiftung in Soest. In seiner Zeit als ÖRK-Generalsekretär von 1993 bis 2003 habe sich der evangelische Theologe beständig für Programme im interreligiösen Dialog engagiert. Auch das "Haus der Religionen" in Hannover wurde ausgezeichnet.

Der undotierte Mohammad-Nafi-Tschelebi Friedenspreis wird in diesem Jahr erstmals in drei Kategorien vergeben. Der nationale Gruppenpreis geht an das "Haus der Religionen" in Hannover. Mit dem internationalen Preis wird der anglikanische Pfarrer Donald Reeves aus London geehrt, der Versöhnungsarbeit bei Konflikten in Elendsvierteln britischer Großstädte und in früheren Bürgerkriegszonen auf dem Balkan leistet.

Das Zentralinstitut vergibt die Auszeichnung jährlich an Menschen, die mit ihrem Islamverständnis für Völkerverständigung stehen. Der Preis ist nach dem Syrer Muhammad Nafi Tschelebi benannt, der das Zentralinstitut 1927 in Berlin gründete. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen der ehemalige Kölner Bürgermeister Fritz Schramma (CDU), der ehemalige Landesrabbiner von Westfalen und Lippe, Henry G. Brandt, sowie der lutherische Pfarrer der Weihnachtskirche von Bethlehem, Mitri Raheb.

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7.11.10