Landeskirche will Urlauberseelsorge auf den Inseln erhalten

Nachricht 02. November 2010

Falkenburg/Kr. Oldenburg (epd). Die hannoversche Landeskirche will die Arbeit der Urlauberseelsorge auf den ostfriesischen Inseln stärken. Dafür sollen sechs durch Finanzkürzungen bedrohte Pfarrstellen auf Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog erhalten bleiben, sagte der Regionalbischof des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland, Detlef Klahr, am Dienstag am Rande einer Tagung der Urlauber- und Kurseelsorge in Falkenburg bei Oldenburg. Die Insel Wangerooge gehört zur oldenburgischen Landeskirche.

Der Theologieprofessor Dietrich Stollberg (Fürth) sagte, die Kirche an den Urlaubsorten habe mehr zu bieten als bloßes Entertainment. "Wir haben eine theologische Kompetenz und können die Menschen spirituell begleiten." Das könne kein Unterhaltungsprogramm der Kurverwaltungen bieten. "Die Menschen kommen zu uns, wenn wir zu erkennen sind."

Die Urlauber erwarten Stollberg zufolge von der Kirche einen Kontrapunkt zu den vielen Unterhaltungsmöglichkeiten und dem Alltagsstress. "Darum müssen wir den Leuten auch nicht angestrengt hinterherhecheln." Die Pastoren sollten Ruhe ausstrahlen, "lockerlassen" und Gesprächsbereitschaft signalisieren.

An den Urlaubsorten seien die Menschen häufig offener für kirchliche Angebote als in ihren Heimatgemeinden, sagte Klahr. "Das ist eine Gemeinde auf Zeit. Die Anonymität und die Ferne zu den Heimatgemeinden verschafft uns eine große Chance." Wenn die Menschen nach ihren Ferien gute Erinnerungen an die Kirche hätten, sei schon viel erreicht. "Die Menschen sollten aus ihrem Urlaub etwas Gutes für Leib und Seele mitnehmen können."

In der hannoverschen Landeskirche seien rund 100 Urlauber- und Kurseelsorger tätig, erläuterte Klahr. Etwa 80 arbeiteten an der Küste und den Inseln zwischen Ems und Elbe, die übrigen vorwiegend im Harz. Der Vorsitzende des "Arbeitskreises Kirche im Tourismus Elbe-Weser", Landesssuperintendent Hans Christian Brandy aus Stade, mahnte die konzeptionelle Weiterentwicklung der Urlauberseelsorge mit Blick auf die abnehmenden Ressourcen an.

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2.11.2010