Nachbarn und Freunde trauern bei Gottesdienst um getötete Melanie

Nachricht 02. November 2010

Peine (epd). Nachbarn und Freunde haben am Dienstagabend bei einem Gottesdienst um die getötete 23-jährige Melanie aus Dungelbeck bei Peine getrauert. "Wie kann jemand das fertigbringen, mit Hilfe des Internets eine junge Frau in so eine Falle zu locken, ihre Offenheit auszunutzen, ihr Vertrauen in andere Menschen?", sagte der evangelische Pastor Stefan Leonhardt in seiner Ansprache in der lutherischen Kirche des 1.800-Einwohner-Dorfes.

Die Floristin war von einem 27 Jahre alten Mann erstochen worden, den sie erst kurz zuvor im Internet kennengelernt hatte. Er hatte sich als Frau ausgegeben. Leonhardt warnte vor den Gefahren des Internets, das von manchen Menschen missbraucht werde: "Selbst wenn du dich und deine Kinder noch so gut zu schützen suchst - einen hundertprozentigen Schutz gibt es nie", sagte der promovierte Theologe. Viele Eltern erzählten, ihre Kinder hätten sich auch schon einmal mit Chat-Partnern treffen wollen.

Die grausame Tat mache ohnmächtig und wecke große Ängste: "Weil uns plötzlich bewusst wird: Es könnte über jeden von uns hereinbrechen." Zu dem Trauergottesdienst war auch die Peiner evangelische Superintendentin Christa Gerts-Isermeyer nach Dungelbeck gekommen.

Im Dorf herrschten Fassungslosigkeit und lähmendes Entsetzen, sagte Leonhardt am Rande des Gottesdienstes dem epd. "Man hört so etwas im Fernsehen, aber jetzt ist es ganz nahe gerückt in unserem kleinen Dorf." Jugendliche, für die Chatten alltäglich sei, hielten inne und dächten darüber nach, was sie da eigentlich täten.

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2.11.2010