Landeskirche wirbt für bewussteren Umgang mit Lebensmitteln

Nachricht 30. September 2010

Hannover (epd). Der Landwirtschaftsexperte der hannoverschen Landeskirche, Karl-Heinz Friebe, hat dazu aufgerufen, Lebensmittel mehr wertzuschätzen. "Je anonymer die Lebensmittel, ihre Herstellung und ihr Verbrauch werden, je mehr werden sie nur noch Nahrungsmittel oder gar Fastfood-Futter sein", sagte der evangelische Pastor in Hannover. Kinder wüchsen mittlerweile in dem Glauben auf, dass ein Schnitzel nicht von einem Lebewesen stamme.

Friebe und seine Mitarbeiter haben zum Erntedankfest an diesem Sonntag eine Broschüre für Kirchengemeinden über Lebensmittel erstellt. Darin geht es auf 40 Seiten um Themen von artgerechter Tierhaltung bis zu gesunder Lebensmittelproduktion. Die Arbeitshilfe "Leben(s)Mittel - Früchte der Gerechtigkeit" kann kostenfrei im Internet abgerufen oder telefonisch für fünf Euro bestellt werden.

-> zur Broschüre

Das aktuelle Stichwort: Erntedankfest

Hannover (epd). Mit dem Erntedankfest am 3. Oktober erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. Auch Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion bewusst machen. Es soll zeigen, wie die Milch in die Tüte und das Gemüse in die Dose kommt.

Termin für Erntedank ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Viele Gemeinden feiern das Schöpfungsfest aber bereits im September. Lange Zeit gab es keinen einheitlichen Festtermin, weil die Ernte nicht überall zur selben Zeit eingebracht wurde.

Das Fest soll auch deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Christen kritisieren daher die Zerstörung der Umwelt oder Manipulationen am Erbgut. Heute spielen die Themen Umweltschutz und Gentechnik eine immer größere Rolle bei diesem Kirchenfest, das etwa seit dem dritten Jahrhundert begangen wird.

Mit der in den Mittelpunkt gerückten Bitte des Vaterunsers "Unser tägliches Brot gib uns heute" wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank-Gottesdienste sind daher meist mit einer Solidaritätsaktion zugunsten notleidender Menschen verbunden.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
30.9.2010