Mahnwache demonstriert friedlich gegen Neonazi-"Erntefest"

Nachricht 26. September 2010

Eschede/Kr. Celle (epd). Mit einer Mahnwache und einer Kundgebung haben am Sonnabend etwa 100 Demonstranten im Heideort Eschede bei Celle friedlich gegen ein Treffen von Neonazis protestiert. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten sich bis zum Abend etwa 90 Rechtsextremisten auf einem abgelegenen Hof des Landwirtes und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz zu einem sogenannten "Erntefest" versammelt.

Zu dem Bürgerbündnis, das die Proteste organisierte, gehörten Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und Parteien. Der Hof sei derzeit das Zentrum der Neonazis im norddeutschen Raum, sagte der evangelische Pastor Wilfried Manneke als Mitinitiator der Proteste dem epd. "Sie kommen hier zusammen, um neue Aktionen zu planen." Dazu gehörten menschenverachtender Rassismus und Gewalt. Noch im August habe es auf dem Hof ein Konzert mit sieben rechtsextremen Bands gegeben, zu dem 600 Neonazis aus ganz Deutschland gekommen seien.

Manneke kritisierte während der Kundgebung, dass nur wenige Einwohner aus Eschede gegen die Neonazis protestieren. Er erinnerte an die "Aktion Erntefest" der Nationalsozialisten, in deren Verlauf 43.000 Juden in Polen getötet wurden: "Unter dem Befehl Heinrich Himmlers wurden an einem einzigen Tag drei Konzentrationslager völlig ausgelöscht."

Bei den regelmäßigen Treffen der Neonazis werde der Zusammenhalt der Szene gestärkt, bekräftigte der Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hartwig Erb. Auf dem Hof Nahtz versammeln sich schon seit etwa 20 Jahren Alt- und Neonazis. Proteste dagegen gibt es Manneke zufolge seit 2007.

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26.9.10