Landesbischof Weber gegen Atomkonsens

Nachricht 23. September 2010

Braunschweigische Kirche plädiert für Ausstieg aus der Kernenergie zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Braunschweig. Angesichts der Diskussion über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke hat sich Landesbischof Weber für einen Ausstieg aus der Kernenergie zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgesprochen. Die bevorzugte Nutzung der Kernenergie sei kein verantwortlicher Beitrag zum Klimaschutz und behindere den notwendigen Umbau der Energieversorgung, sagte er am Donnerstag, 23. September, in Wolfenbüttel. Der Landesbischof erneuerte damit die Position der braunschweigischen Landessynode sowie ihrer Kammer für Umweltfragen.

Beide Gremien hatten sich bereits im März dieses Jahres einmütig dafür ausgesprochen, die Kernenergienutzung zum Zweck der Energieerzeugung bis 2020/2022 zu beenden, wie es im Atomausstiegsgesetz von 2002 vorgesehen war. Landesbischof Weber unterstrich insbesondere das ungelöste Problem der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Das vom Einsturz bedrohte Atommüll-Endlager Asse II bei Wolfenbüttel sei ein bedrückendes Beispiel für diese Tatsache. Deswegen sei es verantwortungslos, wenn durch verlängerte Laufzeiten jedes Jahr zusätzlich rund 400 Tonnen Atommüll produziert würden.

Der Landesbischof hatte in jüngster Vergangenheit selbst an einer der Asse-Andachten der Evangelischen Jugend als auch an einem ökumenischen Kreuzweg zum Atommüll-Endlager Schacht Konrad in Salzgitter teilgenommen. In diesem Zusammenhang würdigte er das bürgerschaftliche und kirchliche Engagement für eine stärkere Nutzung regenerativer Energien. Hier zeige sich eine große gesellschaftspolitische und ethische Sensibilität, die für unser Gemeinwohl wichtig sei.

Michael Strauß, Pressesprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig
23. September 2010