Einzigartiges Modellprojekt zur Integration vernetzt seit zehn Jahren Beratung

Nachricht 22. September 2010

Oldenburg (epd). Seit zehn Jahren setzt die in Deutschland bislang einzigartige "Kooperative Migrationsarbeit Niedersachsen" bundesweit Maßstäbe in der Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen. Landesweit arbeiteten unter ihrem Dach 250 Fachkräfte und Einrichtungen in zehn Regionalverbünden zusammen, sagte Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) am Mittwoch zu Beginn einer Fachtagung in Oldenburg: "Für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist Netzwerkarbeit unentbehrlich."

Zu dem Beratungsnetz gehören Vereine, Initiativen, Kommunen sowie Wohlfahrtsverbände wie das Diakonische Werk, die katholische Caritas und die Arbeiterwohlfahrt. Sie alle arbeiteten Hand in Hand, um die Perspektiven für Zuwanderer zu verbessern, lobte die Ministerin. Zu dem Netz gehören nach ihren Angaben 29 Stellen des Landesprogramms Integrationsberatung, 15 kommunale Leitstellen, 36 Stellen für die Beratung erwachsener Zuwanderer sowie 46 Stellen der Jugendmigrationsdienste.

Sie werden nach Angaben von Koordinator Jürgen Ruppert aus unterschiedlichen Quellen etwa durch das Land, den Bund und durch die beteiligten Partner finanziert. Den Anstoß zu dem Projekt gab bereits 1991 ein damals bundesweites Vorreitermodell der Universität Oldenburg zur dezentralen Flüchtlingsarbeit. "Das mündete dann vor zehn Jahren in die Kooperative", erinnerte sich Ex-Koordinator Winfried Schulz-Kaempf im Gespräch mit dem epd. Er ist Erziehungswissenschaftler an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg.

Ziel sei es gewesen, verschiedene Angebote aufeinander abzustimmen und systematisch miteinander zu verzahnen. Nur dann könne Integration gelingen. "Die Stärke ist das trägerübergreifende Netzwerk, in dem unter einem Dach von der Unterstützung in schulischen Fragen über soziale Hilfen bis zur Integration auf dem Arbeitsmarkt alles geregelt wird", sagte Schulz-Kaempf. Doch es gebe noch viel zu tun. Angesichts eines Migrantenanteiles von etwa einem Fünftel in der Bevölkerung müssten künftig alle Behörden im Land und in den Kommunen für interkulturelle Fragen sensibilisiert werden.

Internet: www.integrationsbeauftragte.niedersachsen.de; www.migrationsarbeit-niedersachsen.de

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22.9.10