Geistlicher Vizepräsident de Vries begrüßt kirchliche Reformprozesse

Nachricht 22. September 2010

Northeim/Kr. Göttingen (epd). Der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries, hat die kirchlichen Reformprozesse in Südniedersachsen begrüßt. "Sinkende Zahlen sowohl bei den Gemeindemitgliedern als auch bei den Pastorenstellen machen neue Formen der Kooperation notwendig", sagte de Vries am Mittwoch auf dem Generalkonvent des Sprengels Hildesheim-Göttingen vor rund 300 Teilnehmern. In Gemeinde-Kooperationen liege die Zukunft, weil Ressourcen besser gebündelt würden.



Im Gegensatz zum Norden sei der Sprengel Hildesheim-Göttingen viel ländlicher strukturiert, so de Vries. "Der Verwaltungsaufwand für die vielen kleinen Gemeinden mit etlichen Sakralgebäuden ist enorm hoch." In einem Vortrag schilderte der Leiter des "Zentrums Mission in der Region" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pastor Hans-Herrmann Pompe, die Chancen der Kooperationen. "Wenn Menschen über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus zusammenarbeiten, werden nicht nur die Kräfte addiert, sondern es wächst Vertrauen", sagte Pompe. So wolle das in Dortmund ansässige EKD-Zentrum auch diejenigen erreichen, die bislang kaum oder gar keinen Zugang zur Kirche hätten.



Auch der Hildesheimer Regionalbischof Eckhard Gorka sprach sich auf dem Generalkonvent für die Regionalisierungsprozesse aus: "Die heutige Region wird zur Gemeinde von morgen." Zurzeit gebe es in den zwölf Kirchenkreisen des Sprengels rund 450 Gemeinden mit knapp 600.000 Christen. Eine Vorgabe der Synode sehe keine Kirchengemeinden mit weniger als 300 Mitgliedern vor. Wie das im Sprengel Hildesheim-Göttingen umgesetzt werde, stehe noch nicht fest: "Es macht keinen Sinn eine schlecht erreichbare Gemeinde etwa auf einem Berggipfel mit anderen zusammenzulegen."



Auch über die genaue Größe künftiger Gemeinden konnte Gorka noch keine Angaben machen: "Da können manchmal zwei bis drei, manchmal aber auch fünf oder sechs Gemeinden fusionieren." Im Sprengel gebe es bereits positive Beispiele, sagte Pastor Bernd Ranke aus dem Kirchenkreis Leine-Solling. Dort übernähmen die Pastoren etwa die Beerdigungen wochenweise. Durch einen gemeinsamen Konfirmandenunterricht seien stärkere Gruppen entstanden.



Der Generalkonvent ist die jährliche Versammlung aller Pastoren und Pastorinnen in einem der sechs Kirchensprengel der hannoverschen Landeskirche. Laut Gorka sind im Sprengel Hildesheim-Göttingen rund 450 Pastoren und 120 Diakone im Einsatz. Der Sprengel wurde im Juli 2007 nach einer landeskirchlichen Reform aus den bis dahin selbstständigen Sprengeln Hildesheim und Göttingen gebildet. Er ist damit der größte Sprengel der Landeskirche.



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