Göttinger Flüchtlinge im Kirchenasyl hoffen weiter auf Bleiberecht

Nachricht 21. September 2010

Göttingen (epd). Zwei von Abschiebung bedrohte Roma-Brüder aus dem Kosovo hoffen weiter auf ein Bleiberecht in Deutschland. Jetmir (19) und Ramadan (23) Kryeziu sollten bereits im Juni abgeschoben werden. Seitdem haben sie in vier Kirchen zwischen Peine und Göttingen Kirchenasyl erhalten. "Wir sind schon drei Monate lang eingesperrt und auf der Flucht", sagte Ramadan am Dienstag vor Journalisten in Göttingen. Die Brüder haben große Angst vor der Abschiebung und beschrieben ihre Situation als sehr belastet.

Die beiden gehören zu insgesamt 24 Roma und Aschkali aus der Region Göttingen, die im Juni ins Kosovo abgeschoben werden sollten. "Deutschland ist mein Heimatland. Hier bin ich aufgewachsen", sagt der jüngere Jetmir: "Wir hoffen, dass uns die Kirche auch weiter vor der Abschiebung schützen kann." Die Familie war 1991 vor den Bürgerkriegswirren im Kosovo nach Deutschland geflüchtet.

Eine vorbereitete Eingabe an die niedersächsische Härtefallkommission könne nicht eingereicht werden, sagte der Göttinger Pastor Peter Lahmann vom Arbeitskreis Asyl. Nach dem Gesetz dürfe sich die Kommission nicht mit Flüchtlingsfällen befassen, für die bereits ein fester Abschiebetermin vorliegt. Deshalb müssten die Voraussetzungen zur Prüfung durch die Härtefallkommission geändert werden.

Sigmar Wahlbrecht vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat kündigte an, bei der Innenministerkonferenz im November in Hamburg, einen Appell einzureichen. Die Innenminister der Länder sollten ein Bleiberecht für Roma und andere Minderheiten beschließen.

Die niedersächsische Härtefallkommission hatte bereits im August die Anträge zweier Roma-Frauen aus Rotenburg mit dem gleichen Argument wie bei den Roma-Brüdern abgelehnt. Die beiden 70 und 49 Jahre alten Frauen befinden sich ebenfalls im Kirchenasyl.

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21.9.10