Gorleben-Erkundung wird am 1. Oktober wieder aufgenommen

Nachricht 21. September 2010

Bürgerinitiative kündigt Proteste an

Gorleben/Hannover (epd). Die Erkundung des Salzstocks in Gorleben als mögliches Endlager für hoch radioaktiven Müll soll am 1. Oktober wieder aufgenommen werden. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) informierte am Dienstag das Landeskabinett über die erteilte Genehmigung. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg kündigte umgehend an, am 2. Oktober mit einem "Unruhetag X" gegen die Aufhebung des Moratoriums zu protestieren.

Die Arbeiten sollen Sander zufolge in fünf bis sieben Jahren abgeschlossen sein. Die Erkundung sei ergebnisoffen. Dagegen sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Wolfgang Ehmke: "Die Litanei, dass in Gorleben ergebnisoffen erkundet werden soll, wird durch das zutiefst undemokratische Vorgehen konterkariert."

Die Erkundungsarbeiten in der ostniedersächsischen Region waren vor rund zehn Jahren unterbrochen worden. Weil große Teile des Salzstocks in Privat- oder Kirchenbesitz sind, hat die Bundesregierung die Enteignung der Eigentümer in Erwägung gezogen.

Der größte Grundbesitzer, Andreas Graf von Bernstorff, und die vier evangelischen Kirchengemeinden sollten bereits Anfang der 1990er Jahre enteignet werden. Damals war die Bundesregierung gescheitert. Die hannoversche Landeskirche hat angekündigt, sich gegen eine mögliche Enteignung zu wehren. "Wir haben mit Verwunderung die Ankündigungen der Bundesregierung zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Landesbischof Hans-Hermann Jantzen vergangene Woche. Das könne die Kirche nicht einfach hinnehmen.

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21.9.10