EKD-Kirchenamtspräsident Hermann Barth zur Entwicklung der Zahl der Theologiestudierenden in Deutschland

Nachricht 20. September 2010

Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hermann Barth, hat sich erfreut darüber geäußert, dass wieder mehr junge Menschen Theologie studieren. Nachdem es im Jahr 2005 bundesweit im Pfarramtsstudiengang etwa 2000 Theologiestudierende gegeben habe, nehme ihre Zahl seitdem wieder kontinuierlich zu. Heute seien etwa 2500 auf den landeskirchlichen Listen. Hinzu kämen noch etwa 2100 Theologiestudierende, die nicht in den landeskirchlichen Listen verzeichnet seien.

Insofern, so das Resümee des Präsidenten im Vorfeld des Pfarrerinnen- und Pfarrertages, der heute in Rostock beginnt, sei angesichts der Zahl von um die 4600 Theologiestudentinnen und -studenten ein „nicht unerhebliches Reservoir an potentiellen Pfarrerinnen und Pfarrern vorhanden“. Es sei deshalb falsch von einer „stetig sinkenden Zahl von Theologiestudenten“ zu reden. Barth: „Für Alarmismus anlässlich eines sich angeblich abzeichnenden dramatischen Mangels an Pfarrerinnen und Pfarrern sehe ich derzeit keinen Grund.“

Ein etwas anderes Bild ergebe sich, wenn man die Zahl von etwa 9000 Theologiestudentinnen und -studenten Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts mit denen von heute vergleiche. Der dabei sichtbar werdende Rückgang habe laut Barth seinen wesentlichen Grund darin, dass es im Verlauf der neunziger Jahre gerade aufgrund der hohen Zahlen zu erheblichen – in einzelnen Landeskirchen sogar dramatischen – Anstellungsproblemen kam, was wiederum aufgrund der relativen Monopolstellung der Kirchen als Arbeitgeber für Theologinnen und Theologen erheblich zum Rückgang beitrug.

Hannover, 20. September 2010
Reinhard Mawick
Pressestelle der EKD