Diakonie-Chef von Hessen-Nassau bewirbt sich um Nachfolge von Käßmann

Nachricht 17. September 2010

Hannover/Frankfurt/Main (epd). Der Diakonie-Chef von Hessen-Nassau, Wolfgang Gern (59) aus Frankfurt/Main, bewirbt sich in Hannover um die Nachfolge von Margot Käßmann im Bischofsamt. Er wurde am Donnerstagabend vom Kirchensenat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gemeinsam mit dem Berliner Generalsuperintendenten Ralf Meister (48) nominiert. Die Wahl ist für den 23. bis 26. November vorgesehen.

Wolfgang Gern leitet seit 2000 das Diakonische Werk in Hessen-Nassau mit insgesamt mehr als 15.000 Mitarbeitenden. Als Sprecher der Nationalen Armutskonferenz tritt der gebürtige Berliner seit 2007 zugleich bundesweit für die Belange armer Menschen und für soziale Gerechtigkeit ein.

Unermüdlich fordert der promovierte Theologe gemeinsam mit Gewerkschaften und Sozialverbänden die Bundesregierung zum Kampf gegen die Armut auf, prangert Lohndumping an und protestiert gegen die seiner Meinung nach viel zu niedrig bemessenen Hartz-IV-Sätze. Auch für Flüchtlinge, behinderte Menschen und gegen Atomwaffen erhebt er seine Stimme. Steuersenkungen lehnt er ab.

Schon als junger Mensch hat Gern sich kirchlich und sozial engagiert. Mit 20 war er Jugenddelegierter in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Mit 22 ging er als Flüchtlingshelfer nach Vietnam. Mit 26 studierte er in Indien.

Damals begann seine wissenschaftliche Arbeit. Nach der Promotion arbeitete der verheiratete Vater eines erwachsenen Sohnes als Hochschulassistent in Heidelberg. Danach war er Pfarrer im Odenwald. Später leitete er das Seminar der Gossner Mission in Mainz und war als Lehrbeauftragter für Sozialethik in Marburg tätig. 2008 kandidierte er für das Amt des Kirchenpräsidenten in Hessen-Nassau, das dem Bischofsamt gleichwertig ist, unterlag aber gegen Volker Jung.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
17.9.10