Berliner Generalsuperintendent Meister bewirbt sich um Nachfolge von Käßmann

Nachricht 17. September 2010

Hannover/Berlin/Hamburg (epd). Der Berliner Generalsuperintendent Ralf Meister (48) bewirbt sich in Hannover um die Nachfolge von Margot Käßmann im Bischofsamt. Er wurde am Donnerstagabend vom Kirchensenat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gemeinsam mit dem Diakonie-Chef von Hessen-Nassau, Wolfgang Gern (59), nominiert. Die Wahl ist für den 23. bis 26. November vorgesehen.

Meister ist seit dem Frühjahr 2008 Regionalbischof in Berlin. Bundesweit wurde er in den vergangenen sechs Jahren vor allem als Sprecher des "Wortes zum Sonntag" bekannt. Dabei ist ihm wichtig, vom ganz normalen Leben der Menschen und ihrer Suche nach Gott zu erzählen.

Der gebürtige Hamburger studierte evangelische Theologie und Judaistik in seiner Heimatstadt und in Jerusalem. Berufliche Stationen des verheirateten Vaters von drei Kindern waren unter anderen das Rundfunkreferat in Kiel und die Propstei in Lübeck. In den sieben Jahren unter seiner Leitung setzte der Kirchenkreis als erster in der nordelbischen Kirche eine Gemeindereform um. Der dynamische Prediger sagt, dass es gerade in schwierigen Zeiten die Rolle der Kirche sei, Resignation zu verhindern.

Auch als Regionalbischof in der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will sich Meister nach eigenen Worten "nicht mit dem verbreiteten Gewohnheitsatheismus" in der Metropole abfinden. Er sucht nach immer neuen Möglichkeiten, das Evangelium kreativ in die Öffentlichkeit zu bringen.

Unter anderem rief er bisher eine ökumenische Karfreitagsprozession durch das Zentrum Berlins ins Leben und verfasste den "Berliner Brief" - einen Dankesbrief an alle evangelischen Haushalte in Berlin. Hier heißt es unter anderem: "Als Mitglied unserer Kirche gehören Sie zu denen, die diese Stadt gerechter und menschlicher machen."

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17.9.10