Gorleben-Erkundung wird am 1. Oktober wieder aufgenommen

Nachricht 16. September 2010

Gorleben/Hannover (epd). Die Erkundung des Salzstocks in Gorleben als mögliches Endlager für hoch radioaktiven Müll soll am 1. Oktober wieder aufgenommen werden. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bestätigte am Donnerstagabend, dass er die nötige Zustimmung erteilen werde. Am kommenden Dienstag wolle er das Kabinett und den Landtag über die erteilte Genehmigung informieren, sagte eine Sprecherin des Ministers. Sander besucht derzeit Endlagerprojekte in der Schweiz.

Die Erkundungsarbeiten in der ostniedersächsischen Region waren vor rund zehn Jahren unterbrochen worden. Weil große Teile des Salzstocks in Privat- oder Kirchenbesitz sind, hat die Bundesregierung die Enteignung der Eigentümer in Erwägung gezogen.

Der größte Grundbesitzer, Andreas Graf von Bernstorff, und die vier evangelischen Kirchengemeinden sollten bereits Anfang der 1990er Jahre enteignet werden, sagte der Endlagerbeauftragte der hannoverschen Landeskirche, Pastor Eckhard Kruse. Damals sei die Bundesregierung gescheitert: "Wir werden weiteren Erkundungen erst zustimmen, wenn die Bedingungen der Kirche erfüllt werden." Dazu gehöre eine ergebnisoffne Suche nach alternativen Standorten.

Die hannoversche Landeskirche hat angekündigt, sich gegen eine mögliche Enteignung der kircheneigener Grundstücke in Gorleben zu wehren. "Wir haben mit Verwunderung die Ankündigungen der Bundesregierung zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Landesbischof Hans-Hermann Jantzen Anfang der Woche. Das könne die Kirche nicht einfach hinnehmen. Die Bundesregierung habe sich in eine Sackgasse manövrieren lassen.

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16.9.10