Kirche in Hannover will mit Schwerpunktzentren Zukunft meistern

Nachricht 14. September 2010

Hannover (epd). Mit profilierten Schwerpunktzentren will die evangelische Kirche in Hannover die Herausforderungen der Zukunft meistern. "Wir wünschen uns starke, lebendige Orte, an die wir gerne gehen", sagte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann am Dienstag in Hannover. Er zog die Bilanz eines zweitägigen "Zukunftstages" des Stadtkirchenverbandes mit rund 250 Teilnehmern.
Besonders stark sei der Wunsch nach Diakonie-Zentren gewesen, in denen die Menschen Ansprechpartner für Fragen von der Altenpflege bis zur Schuldnerberatung finden, sagte Heinemann. Aber auch Zentren für Verkündigung und für die Kinder- und Jugendarbeit stünden ganz oben auf der Wunschliste.

So kann sich Heinemann etwa Profilkirchen für Predigt und Taufe oder auch besondere Bestattungskirchen in Friedhofsnähe vorstellen. "Es wäre schön, wenn wir auch Familienkirchen hätten, wo auch mal ein Kind im Gottesdienst quengeln darf", sagte der Stadtsuperintendent. Denkbar seien auch Kirchen mit Bach-Kantaten, bei denen sich die Besucher ganz auf die Musik konzentrierten. Derzeit besteht bereits eine Gospelkirche. "Wir müssen von der Gießkanne weg hin zur Konzentration kommen", betonte Heinemann.

Bei dem Zukunftstag diskutierten Vertreter aus allen 63 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Hannover, Garbsen und Seelze über ihre Visionen für die kirchliche Arbeit im nächsten Jahrzehnt. Die Ergebnisse sollen ab 2013 in den Haushalt und die Stellenpläne einfließen. "Im Jahr 2030 werden wir nur noch zwei Drittel unserer Mitglieder haben und die Hälfte der Finanzen", sagte der Präsident des Stadtkirchentages, Gerrit Wolter.

Der Stadtkirchenverband Hannover repräsentiert rund 206.000 Gemeindemitglieder und beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter. Sein Haushalt umfasst rund 22 Millionen Euro. Die Ausgaben mussten zuletzt stark gekürzt werden.

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