Bischof Weber unterstreicht am Denkmalstag Bedeutung der Kirchen

Nachricht 12. September 2010

Braunschweig (epd). Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber hat anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" am Sonntag die Bedeutung von Kirchen hervorgehoben. Menschen lebten nicht allein von ihren Fabriken, Büros, Schulen und Geschäften, sagte Weber in seiner Predigt im Braunschweiger Dom: "Sie brauchen Denkmäler, die an das erinnern, was war - auch an Leid und Unglück, auch an Versagen und Schuld." Diese Räume müssten aber gleichzeitig über Alltagserfahrungen hinausweisen.

Städte und Dörfer wären arm, wenn es keine Kirchen gäbe, betonte der evangelische Theologe. In diesen Räumen spürten die Menschen, dass ihre Lebenszeit in einem großen Horizont stehe. Eine Kirche sei kein Haus unter vielen anderen, sondern "vielmehr durch Verkündigung, Kunst und Architektur ein Gestalt gewordenes Zeugnis vom Leben aus Gott".

Rein äußerlich seien Kirchen gut sichtbare und mit ihren Glocken auch hörbare Symbole für die Gegenwart Gottes in einer Welt, "die sich viel zu oft selbst genug ist". Die evangelische Kirche baue keine heiligen Räume, aber in den Kirchen könnten Menschen Heil erfahren und vielleicht auch heil werden, sagte Weber: "Wir brauchen Kirchen, weil sie Menschen vermitteln, wohin sie gehören, woher sie kommen und was das Ziel ihres Lebens ist."

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12.9.10